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City und Einkaufsstraßen neu denken

Stadtentwicklung : City und Einkaufsstraßen neu denken

Der Online-Handel setzt dem stationären Einzelhandel zu. Wie können Innenstädte attraktiv bleiben? Wie können Sie sich wandeln? Über dieses hochaktuelle Thema diskutieren am 1. Oktober Experten in Hilden.

Leere Läden sind in vielen Innenstädte zu sehen. Selbst in Hilden, Einkaufsstadt Nr. 1 im Kreis Mettmann. Auch Haan leidet unter Leerstand und sucht nach Rezepten, die Innenstadt neu zu beleben. Die Krise des stationären Einzelhandels wird sich aber noch weiter verschärfen, sagen Fachleute. Die Einkaufsstraße in vielen Klein- und Mittelstädten funktioniert nicht mehr. Das bietet aber auch neue Chancen. Dieser Wandel muss aber von der Stadt aktiv gesteuert werden, sagt Holger Pump-Uhlmann. Der bekannte Architekt aus Braunschweig hat mit seiner Studie „Einkaufsstraßen neu denken“ bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Am Dienstag, 1. Oktober, ist er in Hilden und diskutiert mit zwei ebenso bekannten Landschaftsarchitekten (Matthias Funk von Scape Düsseldorf und Rene Rheims von Kraft Raum Krefeld) über neue Strategien für den urbanen Raum. Scape revitalisiert gerade den Hildener Stadtpark, Kraft Raum die Haaner Innenstadt. Organisiert hat die ebenso hochaktuelle wie prominent besetzte Veranstaltung der Bund Deutscher Architekten Bergisches Land.

Pump-Uhlmann schlägt unter anderem vor, ehemalige Ladengeschäfte als Wohnungen zu nutzen. Architekt Christof Gemeiner (Vorstand BDA Bergisch Land) hat aufgezeigt, wie man auf diese Weise etwa das Steinhäuser-Zentrum am Gressard-Platz wiederbeleben könnte. Es ist die wohl bekannteste Problem-Immobilie in Hilden. Gemeiner würde unter anderem die zu kleinen Ladenflächen der Geschäfte im Erdgeschoss vergrößern, im seit Jahren leer stehenden Obergeschoss bis zu 14 Wohnungen und an der Nordseite des Gebäudes an der Itter 16 Stellplätze im Gebäude schaffen. „Bei solchen Umwandlungen muss man aber auch über die Kosten reden“, sagt Vorstandskollege Jochen Siebel, Geschäftsführer von IngenieurPlan Siebel aus Haan: „Die Grundrisse von Geschäften sind für Wohnungen nicht geeignet. Der Leidensdruck muss hoch sein, damit die Eigentümer bereit sind, etwas zu machen.“ Diese Situation könnte in zehn bis 20 Jahren in der Schulstraße in Hilden (zwischen Mittelstraße und Robert-Gies-Straße) eintreten, glaubt Gemeiner, spätestens dann, wenn die dort heute noch vorhandene Ladenzeile nicht mehr funktioniert.

Pump-Uhlmann sagt: „Das Lebenselexier der Innenstädte sind gut gestaltete öffentliche Räume.“ In diesem Punkt sind Hilden und Haan gut aufgestellt. Haan will rund zehn Millionen Euro in die Verbesserung seiner Innenstadt investieren, Hilden rund sieben Millionen. Beide Kommunen können auf hohe Zuschüsse (Haan bis zu 60 Prozent, Hilden rund 50 Prozent) von Bund und Land hoffen. Und mit dem Neubau des Rathauses mit Volkshochschule am (Unteren) Neuen Markt bekommt die Gartenstadt dort die Menschen anziehende Magnet-Einrichtung, die sie Rat und Verwaltung schon so lange gewünscht haben