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Hilden/Düsseldorf: Christliche Schulen insolvent

Hilden/Düsseldorf : Christliche Schulen insolvent

Der Freundeskreis, dem drei freie christliche Schulen gehören, hat die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Der Schulbetrieb soll weitergehen. Stadt wird Gebäude und Lasten übernehmen.

Der Freundeskreis Rheinisch-Bergischer-Verein Freie Christliche Schulen (FCS) hat beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das Gericht hat den Düsseldorfer Rechtsanwalt Horst Piepenburg zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Betroffen sind die freie christliche Gesamtschule in Hassels, das freie christliche Gymnasium in Reisholz sowie die freie christliche Grundschule in Hilden. Die Entwicklung kommt nicht überraschend. Im RP-Interview hatte der Vize-Vorsitzende des Freundeskreises, Günter Schwaderlapp, bereits vor zehn Tagen gesagt: "Im Fall des Falles geht alles über den Jordan."

Die wichtigsten Fakten:

Ursachen Als Grund für die Insolvenz nennen Freundeskreis sowie Insolvenzverwalter "gescheiterte Umfinanzierungsbemühungen für die Schulimmobilien". Zuletzt hatte die Stadtsparkasse Düsseldorf einen Kredit von rund 3,7 Millionen Euro fällig gestellt. Verhandlungen, die sich laut Schwaderlapp auch um Tilgungshöhe und Konditionen drehten, scheiterten. Nach Schwaderlapps Angaben muss die Stadtsparkasse nun sechs Millionen Euro abschreiben. Freilich dürfe sie wegen der so genannten Heimfall-Klausel damit rechnen, von der Stadt mehr als 20 Millionen Euro für die Immobilien zu bekommen.

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Heimfall Ähnlich wie im Fall der neben dem freien christlichen Gymnasium liegenden Mehrzweckhalle Castello (früher: Burg-Wächter Castello), greift auch jetzt die so genannte Heimfall-Klausel. Konkret heißt das: Für den Fall, dass die Finanzierung kippt, hat sich die Stadt verpflichtet, Lasten und Gebäude zu übernehmen. Seinerzeit hatte die Stadt die Castello-Halle vom Freie Christliche Schule Sportverein (er war rechtlich und finanziell unabhängig von den Schulvereinen) für rund 25 Millionen Euro übernehmen müssen. Im Fall der Schulen bedeutet der Heimfall nach Einschätzung von Experten übrigens nicht, dass auch die konkrete Schulform (christlicher Charakter, Gymnasium/Gesamtschule) automatisch mit übernommen werden muss.

Schulden Nach Angaben Schwaderlapps gibt es aktuell rund 37 Millionen Euro Gesamtschulden, die sich auf die Stadtsparkasse Düsseldorf (rund 23 Millionen) und die Commerzbank (rund 14 Millionen Euro) verteilen. Die Stadt geht nach ersten Schätzungen von Gesamtlasten in Höhe von rund 40 Millionen Euro aus. Freilich dienen die Schulgebäude mitsamt Einrichtungen als Gegenwert. Schulbetrieb Der Betrieb soll weitergehen. "Der Insolvenzverwalter hat angekündigt, alles dafür zu tun. Kein Kind wird auf der Straße bleiben", sagt die Düsseldorfer Stadtsprecherin Natalia Fedossenko.

Eltern Die Nachricht sorgte auch bei den betroffenen Eltern für Unruhe. In einem Brief des Freundeskreises werden sie aufgefordert, auch weiterhin pünktlich ihre Elternbeiträge zu zahlen. "Zahle ich das am Ende für die Gläubiger?", fragt Ilka Kultscher, deren Tochter Jennifer (15) die Freie Christliche Gesamtschule besucht.

(RP/rl/url)