1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Charles Wilps Kunst im Rausch der Werbung in Hilden

Ausstellung in Hilden : Charles Wilps Kunst im Rausch der Werbung

Charles Wilp war ein Pionier auf dem Gebiet der modernen Werbung und innovativer visueller Konzepte. Das Kulturamt zeigt ab Sonntag, 30. Mai, im Kunstraum Gewerbepark-Süd eine Ausstellung über den exzentrischen Starfotografen und seine Werke.

Der Name Charles Wilp sagt Ihnen nichts? Mag sein: Aber seine Arbeiten kennen Sie ganz bestimmt! Seine Werbung für Afri-Cola 1968 wurde legendär („Sexy-mini-super-flower-pop-op-cola – alles ist in Afri-Cola“). Nonnen mit knallroten Lippen oder Hippie-Mädchen bewegten sich lasziv hinter vereisten Scheiben. Die Zuschauer waren ebenso irritiert wie fasziniert.

Charles Wilp (1932-2005) war Grenzgänger zwischen Kunst und Kommerz, ein Pionier auf dem Gebiet der modernen Werbung und innovativer visueller Konzepte. Der Düsseldorfer hatte bei Man Ray das Fotografieren gelernt. Sein orangefarbener Overall wurde zum Markenzeichen des „ARTonauten“, der schon als Kind von der Raumfahrt fasziniert war. Charles Wilp machte seinen Namen genauso berühmt wie die Marken, die er bewarb. In der Ausstellung im Kunstraum des Gewerbeparks-Süd an der Hofstraße 64 liegt der Fokus auf der Schnittstelle zwischen Kunst und Werbung.

Die kraftvollen und bildgewaltigen fotografischen Arbeiten Wilps werden im Kontext ihrer Entstehungshintergründe präsentiert. Interdisziplinäre Bezüge zu legendären Kunstaktionen oder zu Musik- und Filmprojekten werden dabei genauso zum Thema wie seine Modeaufnahmen oder Politikerporträts, die Wilp mit individuellen Attributen ausstattete.

  • Ausstellung Andrea Radermacher-Mennicken, -- Kunstraumno.10, Matthiasstr.
    Kultur in Mönchengladbach : Kunstraum No. 10 serviert die Ausstellung „Angerichtet“
  • „Die Badewanne“ von Joseph Beuys ist
    Wiedereröffnung in zahlreichen NRW-Städten : Endlich wieder ins Museum
  • Im vergangenen Jahr stand Seemanns Skulptur
    Kontaktlos Kultur erleben : An viele Orten in Hilden blüht die Kunst im Freien

Die Stadt Hilden hat in ihrer Kunstsammlung einige Arbeiten von Charles Wilp. Das hat sie dem Hildener Unternehmer und Kunstsammler Werner Scholzen zu verdanken. 1962 habe er Charles Wilp und Yves Klein (der mit dem berühmten Blau) in Düsseldorf kennen gelernt: „Für mich ist Charles Wilp der größte und bedeutendste Künstler Deutschlands gewesen. Wir waren 30 Jahre befreundet. Ich habe Charles viel zu verdanken. Er kannte viele Prominente (Flick, Genscher) und vor allem alle Künstler – und sie kannten ihn.“

Scholzen hat seiner Heimatstadt drei Bilder von Charles Wilp geschenkt – große Kunst im doppelten Wortsinn. „Greatest of all Teime“ ist 2,55 mal 1,95 Meter groß – und ein echter Hingucker: Muhammad Ali, größter Boxer aller Zeiten (Eigenwerbung) mitten in einem Berg von Kuscheltieren. Es hängt im historischen Rathaus (Bürgerhaus, Mittelstraße 40) ebenso wie „Spacy Lucy“, eine großformatige (2,5 mal 2,2 Meter) Arbeit von Charles Wilp (Fotografie auf Leinwand).

Die Ausstellungseröffnung kann aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie nicht im gewohnten Rahmen stattfinden. Stattdessen wird die Eröffnung per Livestream auf dem YouTube-Kanal der Stadt Hilden (https://youtu.be/nEe4bswI3Jk) übertragen. Nach einer Begrüßung durch Bürgermeister Claus Pommer werden die Witwe des Künstlers, Ingrid Freifrau von Droste zu Hülshoff Wilp, Ansgar Maria van Treeck, ein Freund und Kollege des Künstlers, und Barbara Till vom Museum Kunstpalast sprechen. Musikalisch umrahmt wird die Eröffnung durch Falk Grieffenhagen und Friso Lücht.

„Kunst im Rausch der Werbung“ ist eine von gleich zwei Ausstellungen zu dem Fotografen, Werber und Ausnahmekünstler Charles Wilp, der 2022 seinen 90. Geburtstag feiern würde. Zu seinen Weggefährten, Freunden und Kollegen zählten unter anderem Man Ray, Andy Warhol und Joseph Beuys. Bereits 1972 hatte er mit seinen Fotografien des „Konsumrealismus“ und der „Entstehung des Lebens“ eine Einzelausstellung auf der documenta 5. Ergänzt wird diese Präsentation durch die Ausstellung „Into Space“ ab 13. Juni im Wilhelm-Fabry-Museum.