Hilden: Capio Klinik: OP kann Venen erhalten

Hilden: Capio Klinik: OP kann Venen erhalten

Die Hildener Einrichtung gehört zu den größten Spezialkliniken für Venenkrankheiten in Deutschland.

Neun von zehn Erwachsenen haben Veränderungen an ihren Beinvenen, jede fünfte Frau und jeder sechste Mann chronisch behandlungsbedürftige Krampfadern. Mit dieser Volkskrankheit kennt sich die Capio Klinik im Park bestens aus. Sie gehört zu den größten Spezialkliniken für Venenkrankheiten in Deutschland. Rund 20 000 Patienten werden jedes Jahr in Hilden behandelt. Angeboten werden alle etablierten operativen Verfahren. Einen aktuellen Überblick über den Stand der Forschung und Behandlungsmöglichkeiten bietet ein internationaler Fachkongress zum 30-jährigen Bestehen der Capio Klinik Hilden am Samstag von 8 bis 15 Uhr im Hotel am Stadtpark.

Die Capio Klinik im Park (oben) ist auf Venenleiden spezialisiert. Unten Chefarzt Dr. Horst Peter Steffen. Foto: Staschik/Capio Klinik

Besonders gute Erfahrungen hat das Venenzentrum NRW mit der sogenannten Extraluminalen Valvuloplastie (EXVP) gemacht. Dieses in Hilden mitentwickelte Verfahren werde in ganz Deutschland nur von rund zehn Kliniken mit gefäßchirurgisch-phlebologischem Schwerpunkt angeboten, erläutert Chefarzt Dr. Horst Peter Steffen. Mit dem OP-Verfahren können defekte Venenklappen repariert werden, ohne die Vene entfernen zu müssen. Dabei wird in örtlicher Betäubung oder auch wahlweise in Vollnarkose eine kleine Kunststoffmanschette um die erweiterte Vene gelegt. "Die Manschette funktioniert im Prinzip wie ein Kompressionsstrumpf", erklärt Steffen: "Das hauchdünne Material schmiegt sich elastisch um die bindegewebsschwachen Vene hält sie in Form."

Patienten, bei denen die Venenklappe nicht mehr funktioniert, litten häufig an Schwellungen im Bein und bekämen Krampfadern an Ober- und Unterschenkeln. Manche Patienten seien auch noch beschwerdefrei, obwohl bereits der Venenklappendefekt bestehe. Mit einer Ultraschalldiagnose könne frühzeitig entschieden werden, ob die Vene noch zu retten sei oder nicht. Angewendet werde die Extraluminale Valvuloplastie bei Patienten mit Krampfadern im Frühstadium. "Durch den Venenerhalt ist die Operation natürlich erheblich weniger belastend als ein sogenanntes Stripping, bei dem die Vene operativ entfernt wird", sagt der Chefarzt. Weiterer Vorteil: Die Vene bleibt erhalten und steht auch künftig für eventuell notwendige Bypass-Operationen für den Patienten zur Verfügung. Der Eingriff wird nur stationär vorgenommen. Die Patienten können nach die Klinik nach zwei bis drei Tagen wieder verlassen. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Obwohl Krampfadern kein kosmetisches Problem sind, sondern unbehandelt schwere medizinische Folgen wie eine Thrombose oder Lungenembolie nach sich ziehen können, bemühten sich die Ärzte um ein ästhetisch ansprechendes Ergebnis. Die Capio Klinik behandelt Krampfadern, Thrombosen, offene Beine oder auch die Verödung von Besenreisern. Die Gefäßklinik ist bestens ausgestattet. "Wir können sowohl Radiowellen- oder Lasertherapien als auch Venenoperation mit verschiedenen Verfahren durchführen", so der Chefarzt. Bei rund 6000 OPs jährlich erreiche die Capio Klinik im Park niedrigste Komplikationsraten und Rückfallquoten.

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Gute Arbeit bescheinigen auch die AOK Rheinland und die Barmer GEK dem Krankenhaus. Von 146 getesteten Häusern im Rheinland (2010) erreichte die Capio Klinik in Hilden den Spitzenplatz 2. Die Krankenkasse hatte Patienten, die wenigstens zwei Nächte in einer Klinik waren, angeschrieben und zu der ärztlichen Versorgung, pflegerischen Betreuung, den Organisationsabläufen, Service und Verbesserung des Gesundheitszustandes befragt. Auch bei der Weißen Liste der Bertelsmann-Stiftung (2014) schneidet die Capio Klinik hervorragend ab: 94 Prozent von 302 der Befragten würden dieses Krankenhaus weiterempfehlen.

Das Ambiente in der Venenklinik erinnert mehr an ein Hotel als an ein Krankenhaus. Im Klinik-Restaurant bereitet ein Koch aus der Sterne-Gastronomie die Mahlzeiten zu, die den Patienten nicht von Pflegepersonal, sondern von gastronomisch erfahrenen Servicekräften serviert werden. 2007 investierte die Klinik im Park rund sieben Millionen Euro in eine Modernisierung und einen Erweiterungsbau.

(RP)
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