Neueröffnung an der Kirchhofstraße 18 in Hilden „Café K“ startet dank großer Hilfe

Hilden · Im Herzen der Innenstadt hat diese Woche mit dem „Café K“ ein besonderes Gastronomieangebot eröffnet, das in die Fußstapfen der vor zwei Jahren geschlossenen Essen- und Wärmestube treten will.

 Edeltraud Gettmann (l.) und Heide Wulf halfen früher schon ehrenamtlich in der Essen- und Wärmestube. Im Cafe K ist alles viel größer und moderner.

Edeltraud Gettmann (l.) und Heide Wulf halfen früher schon ehrenamtlich in der Essen- und Wärmestube. Im Cafe K ist alles viel größer und moderner.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Auf einen gemütlichen Restaurantbesuch mussten viele Bürger in den letzten zwei Jahren. Selbst wenn sie gewollt hätten, es ging nicht, weil die Gastronomiebetriebe pandemiebedingt lange Zeit nicht öffnen durften. Dieses Gefühl und diesen Verzicht erleben viele andere Menschen – völlig unabhängig von einer Pandemie – das ganze Jahr, weil sie sich einen kommerziellen Restaurantbesuch schlicht nicht leisten können.

Ein wenig Abhilfe schaffte da über 25 Jahre lang die Essens- und Wärmestube Hilden, ein einmaliges Angebot in der Region, wo auch jene Speis‘ und Trank für kleines Geld zu sich nehmen konnten, die finanziell weniger gut aufgestellt waren. Im Januar 2020 schloss die Stube, die sich damals in der Schulstraße befand, für immer ihre Pforten und hinterließ in der Stadt „eine sehr schmerzhafte Lücke“, sagt Bürgermeister Claus Pommer. „Ehrenamtler, die Träger, aber auch die Stadt haben die Schließung sehr bedauert.“

Hubert Bader, Geschäftsführer des Sozialdienstes Katholischer Frauen und Männer (SkFM) in Hilden, wollte sich nicht mit dieser Schließung abfinden und suchte die letzten zwei Jahre umtriebig nach neuen Möglichkeiten und Partnern. Im eigenen Haus an der Kirchhofstraße 18 fand er  überraschend eine wunderbare Lösung: Dort, wo bis vor Kurzem noch ein spanisches Restaurant betrieben wurde, Tapas und Rioja-Weine über den Tresen gingen, sollte die neue Version der alten Essens- und Wärmestube entstehen. „Alleine konnten wir das natürlich nicht bewerkstelligen“, legt Bader offen, der sich schnell auf die Suche nach geeigneten Partnern machte. Er fand sie, zahlreich mit der evangelischen Kirchengemeinde, der katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus, der SPE Mühle sowie dem SkFM Langenfeld. „Wir bilden die Trägergemeinschaft des neuen Cafés K“, sagt Bader stolz. Mit der Amtsleiterin für Soziales und Integration, Marie-Thérèse Barbezat-Rosdeck, führte er viele Gespräche und erreichte, dass die Stadt als Eigentümerin des historischen Kolpinghauses auf einen Teil der Miete verzichtet und somit auch einen Teil beiträgt. Die Personalkosten für das Café stemmt der SkFM aus eigenen Mitteln, hauptsächlich mit Ehrenamtlern sowie durch Mittel der Aktion Mensch, die das Projekt fünf Jahre lang finanziell unterstützt.

Diese Woche wurde das frisch hergerichtete Café, einladend gestaltet mit neuem Mobiliar und schneeweißen Wänden mit dunkelgrauen Fliesen, schließlich feierlich in Anwesenheit vieler Ehrenamtler und Vertreter der Trägergemeinschaft eröffnet. Die Pfarrer beider Gemeinden sprachen Segenswünsche aus und brachten das Café-Schild an der Wand an.

Zwei, die sich besonders über die Neueröffnung freuen sind Edeltraud Gettmann (71) und Heide Wulf (79). Beide waren auch schon in der Essens- und Wärmestube ehrenamtlich tätig, Gettmann seit sechs Jahren, Wulf seit 20 Jahren. Beide wissen um die Bedeutung des Ortes für die Menschen. „Es war immer voll. Wir waren alle sehr traurig, als die Stube geschlossen wurde, aber es ging einfach von den Räumlichkeiten nicht mehr“, sagt Gettmann. Zu klein, erinnert sie sich. „Wir standen uns einfach alle auf den Füßen.“ Den neuen Ort findet sie super.

Das neue Café K biete deutlich mehr Platz, freut sich auch Heide Wulf. Über 20 Jahre half sie in der Essens- und Wärmestube aus. „Hier ist es sehr viel angenehmer für unsere Gäste und auch für uns. Die Küche ist so viel größer“, sagt sie. Eingerichtet mit einer semiprofessionellen Spülmaschine und Oberflächen aus Edelstahl ist die neue Küche dem Rotary Club Hilden-Haan zu verdanken, berichtet Bader. „Das neue Mobiliar für das Café, die neuen Sessel und Tische wurden uns von der Sparkasse Hilden-Langenfeld-Ratingen finanziert“, äußert der SkFM-Geschäftsführer dankbar. Neben einer warmen Mahlzeit und leckeren Getränken für kleines Geld bietet das Café K nach Bedarf allerdings auch Sozialberatungen für seine Gäste an. „So können wir das Angebot und die Beratungen aller Träger an einen Ort bündeln“, freut sich Bader. Er hofft sehr, „dass das neue Café K gut von den Gästen aufgenommen wird, es ihnen gefällt und sie sich hier wohlfühlen.“

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