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Café Extrablatt Hilden: Sitzbank soll der Gastronomie weichen.

Leben in Hilden : Sitzbank soll der Außengastronomie weichen

Das Café Extrablatt wünscht sich eine veränderte Außenbestuhlung. Dafür soll eine Sitzbank auf dem Dr. Ellen-Wiederhold-Platz weichen. Allerdings mit einigen Vorgaben und mit einer Ersatzbank ganz in der Nähe der Itter.

Die Bänke auf dem Dr. Ellen-Wiederhold-Platz wurden 2010/2011 gebaut. Damals ist der gesamte Platz im Zuge des Neubaus der Sparkassenfiliale neu gestaltet worden. Bald könnte das Ganze aber in der jetzigen Form schon wieder Geschichte sein.

Denn die Betreiber des Café Extrablatt sind an die Verwaltung herangetreten und wünschen sich, dass die große Liege- und Sitzbank, das sogenannte Sitzdeck, am jetzigen Standort abgebaut wird. „Das würde zu einem harmonischeren Gesamtbild führen, wir könnten hier insgesamt ein angenehmeres Ambiente schaffen“, sagt ein Betreiber des Cafés auf Nachfrage der Redaktion. Außerdem sei der Bereich zwischen Sparkasse und Tiefgarage aktuell für den Durchgang sehr eng. „Hier könnten wir Entlastung schaffen“, so der Betreiber.

Vom Ausschuss für Stadtentwicklung kam jetzt grünes Licht für die Entfernung der Bank. „Das bedeutet, dass wir in weitere Gespräche mit dem Betreiber einsteigen können“, sagte Peter Stuhlträger, der Leiter des Planungs- und Vermessungsamtes der Stadt. Nur die SPD-Fraktion war dagegen. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, kam aber zu dem Entschluss, dass man keine Sitzplätze an dieser Stelle wegnehmen wolle.

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Laut Verwaltung ist „das große Sitzdeck sicherlich ein stilbildendes Gestaltungselement auf dem Platz“, allerdings gebe es keinen technischen Grund, warum die Sitzplätze dort stehen. Außerdem sei die Bank seit Jahren durch die seitens des Ordnungsamtes mittels Sondernutzung genehmigte Außengastronomiefläche zugebaut. So entfalte das Sitzdeck nicht die gewünschte gestalterische Wirkung.

Sie hatte dem Ausschuss deshalb empfohlen, dem Betreiber des Extrablatts entgegenzukommen. Der hatte bereits 2018 und 2020 versucht, die Bank zu verlegen. Damals ohne Erfolg. Jetzt hat der Betreiber laut Verwaltung aber erstmals ein Grobkonzept erarbeiten lassen, in dem er angibt, wie er sich die Umgestaltung des Platzes vorstellt. Eine Ersatzbank könnte in Richtung der Itter gebaut werden. In dem Bereich gibt es schon jetzt eine Sitzgelegenheit. Die Verwaltung regt an, eine neue Bank nicht in Richtung des Wassers, sondern Richtung Stadt aufzustellen. Auf dem Dr. Ellen-Wiederhold-Platz haben in der Vergangenheit und werden in der Zukunft wieder Veranstaltungen stattfinden. Einige Fraktionen äußerten Bedenken, dass der Platz dafür dann nicht mehr ausreichen könnte. In der Beschlussvorlage steht allerdings, „dass die Außengastronomiefläche aus heutiger Sicht zu jeder Veranstaltung auf der betroffenen Teilfläche vollständig zurückgebaut werden muss, soweit die jeweiligen Veranstalter die Nutzung dieser Teilfläche beantragen“.

Außerdem müsse der Betreiber des Café Extrablatt zukünftig vier Meter Abstand zum Gebäude der Sparkasse halten und der Abstand zur Bank am Bürgerhaus müsse auf mindestens 2,70 Meter erhöht werden. Das sei aktuell nicht immer der Fall. Einige Mitglieder des Ausschusses befürchteten zudem, dass durch die Zustimmung eine unkontrollierte Ausbreitung der Außengastronomie stattfinden könnte. Der Betreiber teilt dazu mit, dass gar nicht unbedingt eine Vergrößerung angestrebt wird, sondern eine Verlagerung der bisherigen Sitze. Dazu solle laut Verwaltung ein Vertrag mit dem Betreiber aufgesetzt werden, der die zukünftig nutzbare Außenfläche festlegt. So solle einer starken Ausbreitung entgegengewirkt werden.

Der Baum über den bisherigen Sitzbänken solle erhalten bleiben. Die Pflanzkübel für den Baum sollen in das Gesamtkonzept des Platzes eingearbeitet werden. Er wäre in der jetzigen Form optisch zu auffällig, heißt es in der Beschlussvorlage. Nach der erfolgten Zustimmung des Stadtentwicklungsausschusses, kann ein Fachplaner einen konkreten Entwurf herausarbeiten. Laut Café Extrablatt wird das Vorhaben dann aber noch einige Zeit brauchen. „Wir glauben nicht, dass es vor Herbst oder Winter etwas wird“, so der Betreiber. Eine mögliche neue Außengastronomie kommt für den aktuellen Sommer also etwas zu spät.