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Bundeswehr-Musiker spielen in Hilden auch auf Abflussrohren

Geheimtipp : Bundeswehr-Musiker spielen auch auf Rohren

Außergewöhnliches Konzert des Ausbildungsmusikkorps mit Abflussrohren und Dozenten-Beiträgen. Einmal im Monat laden die Musiker in die Waldkaserne ein. Dann haben auch Zivilisten Zutritt zum Campus.

Nach außen eher leise, nach innen laut – das Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr ist die Kaderschmiede der deutschen Militärmusiker und sitzt in Hilden. Einmal im Jahr treten die Soldaten beim Benefizkonzert des Lions-Clubs auf (wir berichteten). Was aber nur wenige wissen: Sie geben jeden Monat Kammerkonzerte auf dem neu errichteten Campus in der Waldkaserne. Dort zeigen sie ihr Können und schärfen nebenbei ihre Bühnenpräsenz. Wer sich rechtzeitig anmeldet (siehe Infokasten) und wenn noch Plätze frei sind, kann auch als Zivilist dabei sein – und über die Kreativität der Musiker staunen.

Gezeigt hat diese sich unter anderem beim Sonderkonzert „Dozenten und Studenten“, bei dem die Profimusiker sogar auf Abflussrohren Musik gemacht haben. „Besonders wichtig ist mir, dass mit diesem Sonderkonzert die professionelle Ausbildung und die jahrzehntelange Kooperation mit der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf deutlich wird“, erklärt Oberstleutnant Michael Euler, Leiter des Ausbildungsmusikkorps. So standen nicht nur die Musikstudierenden in Uniform auf der Bühne, sondern auch deren Dozenten: vom Flötentrio über Festfanfaren, vom Waldhorn-Ensemble bis hin zum großen Blechbläser-Ensemble. Ein eigens zusammengestellter Chor verzauberte mit Freddie Mercurys „Dont’t stop me now“ die Zuhörer, darunter Hildens Bürgermeisterin Birgit Alkenings, CDU-Bundestagsabgeordnete Michaela Noll, Landrat Thomas Hendele, Professor Raimund Wippermann, Rektor der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf sowie Brigadegeneral Torsten Gersdorf, Kommandeur des Landeskommandos NRW, und Oberst Christoph Lieder, Leiter des Militärmusikdienstes der Bundeswehr. Als Gastsolist brillierte Oberstleutnant a.D. Professor Walter Ratzek, der ehemalige Leiter des Ausbildungsmusikkorps und des Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg. Mit Stücken von Schumann, Debussy und Gershwin entlockte er dem großen Flügel mit seinem Spiel jede erdenkliche Klangnuance. Feldwebel Leonard Schumacher begeisterte das Publikum mit „Uneven Souls“ – einem hochvirtuosen Stück für Solo-Marimba, Percussion und Chor. Mit „Oblivion“ von Astor Piazolla verwandelte Hauptfeldwebel Andreas Thoma, einer der Lehrfeldwebel beim Ausbildungsmusikkorps, mit seinem Sopransaxophon und dem Holzbläserensemble den großen Probensaal in eine glamouröse Bühnenatmosphäre.

Jazzsängerin Rosa Kremp vertonte mit ihrer gefühlvollen Stimme und dem Jazz-Ensemble die Ballade „Midnight Sun“. Unterstützung fand sie durch die Solisten Feldwebel Patrick Klappich am Flügelhorn und Unteroffizier Eduard Lasch am Tenorsaxophon, der gerade erst die Ausbildung zum Musikfeldwebel begonnen hat und sich nun auf die Aufnahmeprüfung und das damit verbundene Studium an der Düsseldorfer Musikhochschule vorbereitet.

Vom Barock bis Pop – so endete auch der Abend in einer zündenden Crossover-Einlage von Bachs Badinerie mit Piccolotrompete und Cembalo gegenüber einer swingenden Jazzband mit Saxophonsolo. Die Schlagwerker sorgten zum Finale mit ihrer innovativen Performance auf ihren selbstgebauten PVC-Rohren für Begeisterung.

Das Ausbildungsmusikkorps in Hilden ist die zentrale Ausbildungsstätte für professionelle Orchestermusiker beim Militärmusikdienst der Bundeswehr. Bewerbungen sind über das Karriereportal unter www.bundeswehrkarriere.de möglich.