1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Gruiten: Bürgerhaus bleibt geschlossen

Gruiten : Bürgerhaus bleibt geschlossen

Schäden an der Elektrik und an der Dachkonstruktion gefährden die Betriebssicherheit. Bürgermeister Knut vom Bovert hat mit sofortiger Wirkung die Nutzung untersagt. Die betroffenen Vereine sind ratlos.

Die Arbeiterwohlfahrt, aber auch der Bürger- und Verkehrsverein erhielten schon Dienstagnachmittag eine Information aus dem Rathaus. Gestern Morgen dann gab Bürgermeister Knut vom Bovert eine Mitteilung über die "Schließung des Bürgerhauses Gruiten" heraus. Weil die Betriebssicherheit "nicht uneingeschränkt gewährleistet ist", habe er "mit sofortiger Wirkung die weitere Nutzung untersagt". Damit ist die Versammlungsstätte knapp ein halbes Jahr vor ihrem ohnehin geplanten Aus verloren. Die Vereine sind ratlos.

"Wir stehen auf dem Schlauch", sagt Marlies Weidenfeld. Die zweite Vorsitzende des Awo-Ortsvereins Gruiten kündigte an, dass das für Aschermittwoch geplante Frühstückstreffen wohl abgesagt werden müsse. "Wo sollen wir auf die Schnelle einen Raum herkriegen?" Ob der Pfarrsaal St. Nikolaus eine Alternative sein könnte, müsse noch geklärt werden.

Am Dienstag noch wurde der Blutspendetermin abgewickelt. Gestern Morgen wollte Marlis Rudersdorf vom Vorstand des Bürger- und Verkehrsvereins die Ausstellungsvitrine ausmessen, die vielleicht für das Kirchenarchiv genutzt werden könnte, durfte aber nicht mehr ins Bürgerhaus hinein. Die Mitgliederversammlung des Vereins werde im März wahrscheinlich ins Gemeindehaus der Kirchengemeinde ausgelagert. Der für 25. Februar geplante Trödelmarkt mit rund 100 Ständen im Bürgerhaus entfällt ersatzlos.

Veranstalterin Swantje Siegel wollte noch gestern die bereits gezahlten Standgelder zurück überweisen. Nach zehn Jahren könne sie nur hoffen, "dass ich den Trödelmarkt irgendwann mal wieder aufleben lassen kann", sagte sie.

Befürchtungen bestätigten sich

Im Frühjahr 2011 hatte der Stadtrat mehrheitlich die Schließung des Bürgerhauses zur Jahresmitte 2012 beschlossen. Bis dahin sollte der Pfarrsaal St. Nikolaus vom Verein Phönix als Alternative hergerichtet werden. Die Verträge sind aber noch nicht unterschrieben. Im Spätherbst hatte der Bürgermeister angeregt, das Bürgerhaus deshalb noch bis Ende 2012 geöffnet zu halten. Dies wollte er vom Ergebnis der anstehenden Untersuchungen durch das Gebäudemanagement abhängig machen.

In den vergangenen Wochen haben diese Überprüfungen stattgefunden. Besonders die Elektroanlage und andere sicherheitsrelevante Bauteile sind genau unter die Lupe genommen worden. Dabei sind auch Schäden an der Dachkonstruktion festgestellt worden. Allein eine genaue Untersuchung von außen würde einen "satt fünfstelligen Betrag kosten", sagte Ute Eden, Leiterin des Gebäudemanagements gegenüber der RP.

"Wir hatten gewisse Befürchtungen. Elektro- und Dachschäden wären jeweils für sich schon ein Grund für die Schließung gewesen", erklärte der Verwaltungschef. "Die Schließung ist vorgezogen und endgültig." Und: "Wir werden in einen sinkenden Dampfer kein Geld mehr investieren."

Das Schulverwaltungsamt hat nicht nur die Nutzer über die Schließung informiert. Zugleich wird versucht, alternative Räume zu besorgen, damit zum Beispiel private Familienfeiern oder einige Betriebsversammlungen, für die das Bürgerhaus gebucht worden war, zu ermöglichen. Ausfallen müsse der Tanz in den Mai des TSV Gruiten, sagt Frank Sternberg. Die Stadtratssitzungen finden jetzt in der Aula des Gymnasiums statt. Für Mobiliar, Küche und Geschirr werden neue Nutzer gesucht.

(RP)