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Hilden: Bürger diskutieren Ideen für die City

Hilden : Bürger diskutieren Ideen für die City

Eine neue Itterbrücke, einheitliche Hinweisschilder: 16 Maßnahmen sollen die City schöner machen.

Der ehemalige Brunnen vor dem Steinhäuser Zentrum ist vielen ein Dorn im Auge. "Früher floss noch Wasser über die Steine. Das fand ich schön", sagt Anwohnerin Ulrike Brüne. "Ohne Wasser ist es nur noch ein blöder Steinhaufen."

Das finden auch andere, die am Donnerstagabend zur zweiten öffentlichen Stadtkonferenz in die Hildener Stadthalle gekommen waren. Dass es keine Ersatzteile mehr gibt für die defekte Technik, wie Planungsamtsleiter Peter Stuhlträger den Bürgern erklärt, lässt Gerd Wimmershoff vom Seniorenbeirat nicht gelten. "Dann muss man eben eine neue technische Unterkonstruktion einbauen", sagt er.

Die Verwaltung schätzt die Teilnehmerzahl auf 130 bis 150 — gut doppelt so hoch wie bei der ersten Stadtkonferenz. "Es hat sich offensichtlich ausgezahlt, dass wir rund 1000 Bürger persönlich eingeladen haben", sagt Bürgermeister Horst Thiele. Er wünscht sich — mit Hilfe der Anregungen aus dem Publikum — "kein Flickwerk, sondern einen Masterplan" für die Innenstadt. "Wir wollen weiterhin die Perle im Kreis Mettmann sein", erklärt er. Wenn die Innenstadt unattraktiv werde, kämen keine Gäste mehr von auswärts. "Und das wäre schlecht für unseren Einzelhandel."

Aus den Anregungen der ersten Stadtkonferenz im Februar haben Stadtplaner 16 mögliche Maßnahmen entwickelt, von denen die ersten im kommenden Jahr umgesetzt werden könnten. Zum Beispiel eine bessere fußläufige Verbindung vom Hildener Bahnhof in die Innenstadt. Zu diesem Zweck könnte es auf der Benrather Straße einen neuen Fußgängerüberweg in Höhe der Poststraße geben, außerdem in der Verlängerung eine neue Itterbrücke Richtung Stadtpark. Die nahe gelegene bestehende Brücke würde dann abgebaut.

Um den Fritz-Gressard-Platz schöner zu machen, schlagen die Planer einen breiten Fußgängerüberweg Richtung Mittelstraße mit einer kürzeren Ampeltaktung vor. Die Benrather Straße selbst könne von zwei auf jeweils eine Autospur verringert werden, so dass Platz für einen Grünstreifen in der Mitte der Straße wäre.

Insgesamt hat die Innenstadt zu wenig für Familien und ältere Menschen zu bieten, fasst Stadtplanerin Ursula Mölders die Anregungen aus der ersten Bürgerbeteilung zusammen. Es fehlten Treffpunkte für Jugendliche, das Stadtmobiliar sei zum Teil veraltet, der Stadtpark müsse modernisiert, die Itter stärker offengelegt, der Schwanenplatz verschönert und die Robert-Gies-Straße vor dem neuen Itter-Karree durch eine neue Pflasterung und Tempo-10-Zone besser an die Fußgängerzone angebunden werden. Außerdem müsse es mehr und einheitliche Hinweisschilder für auswärtige Besucher zur Orientierung geben.

Insbesondere letzteres hält Renate Lorig für sehr wichtig. "Geschäfte auf den Nebenstraßen werden oft übersehen", hat sie festgestellt. Sie interessiert außerdem, wie die obere Mittelstraße nach dem Umbau des ehemaligen Reichhofs in Wohnungen und ein Gemeindezentrum aussehen könnte. Außerdem vermisst sie Plätze, die für alle Altersstufen geeignet sind.

Am anderen Ende der Mittelstraße könnte sich Hans-Peter Westbeld sogar eine Fußgängerbrücke statt einer Ampel Richtung Stadtpark vorstellen. "Der Verkehr ist ja da", sagt der 46-Jährige. "Wenn man die Spuren einfach verengt, wird es dort ständig zu Stau kommen." Das glaubt auch Ulrike Brüne. "Viele Ideen betreffen nur die Optik", sagt sie. "Der Verkehr als Grundproblem wird gar nicht angegangen."

(RP/rl)