Bürger beschweren sich beim Sparkassen-Verwaltungsrat

Unbestrittene Sparkassen-Sparpläne : Sparer protestiert beim Verwaltungsrat

Die aktuellen Sparpläne der Sparkasse Hilden, Ratingen, Velbert rufen immer mehr Protest hervor. Rentner haben jetzt das Aufsichtsgremium – den auch aus Politikern besetzten Verwaltungsrat – angeschrieben und um Hilfe gebeten.

Die Protestwelle zu den Plänen der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert (HRV), Anfang 2019 mehrere Filialen in Ratingen und Hilden in reine Automaten-Standorte umzuwandeln, hat nun auch den Verwaltungsrat des Unternehmens erreicht.

Der Ratinger Rentner Horst Kowalak hat jetzt einen Protestbrief an das Aufsichtsgremium der Sparkasse geschrieben, der sich vor allem an die aus der Politik entsandten Mitglieder richtet. Darin heißt es unter anderem wörtlich: „Die Kunden wollen die von Ihrem Vorstand geplante Umwandlung der Sparkassenfilialen in SB-Center nicht, weil diese erhebliche Nachteile für die Kunden mit sich bringen würde.”

Weiter schreibt der 78-Jährige: „Sie als Mitglied des zuständigen Verwaltungsrates haben sich dazu bisher nicht öffentlich geäußert. Das ist sehr bedauerlich. Denn Sie wurden doch von Ihren jeweiligen Parteien in den Verwaltungsrat entsandt, um insbesondere dafür zu sorgen, dass unsere Sparkasse gemäß Paragraf 1 der Satzung „dem gemeinen Nutzen“ dient. Zumal nach § 1 der Satzung, Satz 3, „die Erzielung von Gewinn … nicht Hauptzweck des Geschäftsbetriebes (ist).“

Kowalak hatte nach eigenen Angaben entdeckt, „ dass alle fünf in der Internetliste genannten Verwaltungsratsmitglieder aus Hilden stammen. Kein einziges Mitglied hat seine Adresse in Ratingen.” Da sei es praktisch unmöglich, dass sich auch nur ein einziger für die Ratinger Probleme interessiere. Unter anderem gehört die Hildener CDU-Politikerin Claudia Schlottmann dem Gremium an, die auch Landtagsabgeordnete für Ratingen ist.

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Der Unmut besonders der älteren Generation über die Sparpläne der Sparkasse HRV hat bereits zu größeren Unterschriftenaktionen geführt. In Tiefenbroich hat man die Schließung einer Filiale bereits hinter sich. Nun regt sich auch in Ratingen-Ost Widerstand gegen das Vorhaben, zum Jahresende den dortigen Standort auf Automatenbetrieb umzustellen.

In Hilden erinnern sich viele Sparkassenkunden an das Vorhaben, die Filiale in der Nähe der Seniorenzentren an der Horster Allee zu schließen: Nach Protesten war die Leitung der Sparkasse davon wieder abgerückt. Aktuell wird in Hilden die Filiale an der Walder Straße in einen Automatenbetrieb umgewandelt, von Protesten ist dort aber nichts zu hören. Die Sparkassenleitung begründet ihren Schritt mit dem veränderten Kundenverhalten: Immer mehr machen Onlinebanking, immer weniger nutzen „ihren“ Angestellten.

Schwierig ist es für diejenigen, die weiter auf Banküberweisungen setzen. Die können seit Jahresbeginn nicht mehr eingeworfen, sondern müssen abgegeben werden - zu den Öffnungszeiten in einer Zweigstelle.