Hilden: Bündnis für Integration

Hilden : Bündnis für Integration

In Hilden leben 7000 Ausländer aus fast 100 Nationen. Sie sollen besser ins öffentlichen Leben eingebunden werden. Vorschläge sucht eine Konferenz am 20.Januar im Strangmeier-Saal des Alten Helmholtz.

In Hilden leben 7000 Ausländer aus fast 100 Nationen. Sie sollen besser ins öffentlichen Leben eingebunden werden. Vorschläge sucht eine Konferenz am 20. Januar im Strangmeier-Saal des Alten Helmholtz.

„Nicht übereinander, sondern miteinander reden“, bringt Beigeordneter Reinhard Gatzke das Ziel des künftigen „Bündnisses für Integration“ auf den Punkt. Deutsche, Ausländer und Zuwanderer sollen sich auf Augenhöhe begegnen und motiviert werden, ihre Angelegenheiten gemeinsam zu regeln. Den Auftakt zu einem dauerhaften Dialog soll eine Konferenz am 20. Januar im Kultur- und Weiterbildungszentrum Altes Helmholtz bilden. Dazu sind alle Bürger eingeladen, die sich für eine Förderung der Integration einsetzen.

Vielfalt als Chance begreifen

„Das Interesse an dem Thema ist bei Migranten groß“, weiß Anabela Barata, Vorsitzende des Integrationsbeirates, aus einem Vorgespräch mit rund 30 Zuwanderern. „Wir sind alle Hildener. Das ist unsere Stadt“, betont Margarita Wendland, selbst ein Beispiel für gelungene Integration. Vor 14 Jahren fand die Zuwanderin mit ihrer Familie in Hilden eine neue Heimat: „Unsere beiden Kinder waren damals im Grundschulalter und haben in der Elbsee-Schule tolle Erfahrungen gemacht.“ Heute engagiert sich Wendland als stellvertretende Vorsitzende des Beirats für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen.

„Wir müssen die Vielfalt der Kulturen als Chance nutzen“, wirbt Mohammed Assila. „Viele Migranten haben Angst, ihre Kultur zu verlieren, wenn sie sich integrieren“, weiß der interkulturelle Berater. Der Pädagoge versucht ausländische Eltern zu überzeugen, ihre Kinder ausreichend Deutsch lernen zu lassen – ohne dabei die Sprache ihrer Herkunftsländer zu vernachlässigen.

Gemeinsame Interessen suchen

„Wir schauen nicht auf den Pass, sondern suchen nach gemeinsamen Interessen“, betont Hans Wietert-Wehkamp von der Agentur Condimento.net, der die Konferenz auch moderieren wird. Die Migranten sollen ermutigt werden, sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Dafür seien die bereits bestehenden Stadtteilkonferenzen ideal, an denen sich viele Vereine, Schulen, Initiativen und Ämter beteiligen. „Der größte Teil der Bürger hat positive Erfahrungen mit Integration gemacht“, betont Wietert-Wehkamp: „Das wird häufig übersehen, weil viel mehr über Negatives gesprochen wird.“ Als eine der ersten Städte in Nordrhein-Westfalen hatte Hilden 2005 ein Integrationskonzept entwickelt, das Leitlinien formuliert und Handlungsfelder festlegt. Im vergangenen Jahr wurde ein Maßnahmenkatalog „Integration konkret“ entwickelt und dafür 20 000 Euro zusätzlich bereitgestellt. Das Land fördert die vorbildlichen Integrations-Anstrengungen der Itterstadt mit 63 000 Euro. „Das war Glück“, kommentierte Gatzke: „Aber das Glück des Tüchtigen.“

(RP)
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