1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Bücherschränke in Hilden und Haan

In Corona-Zeiten ist Lesestoff stark gefragt : 24 Stunden Neues aus dem Bücherschrank

Die öffentlichen Schränke in Hilden und Haan kommen gut an: Nahezu minütlich kommt jemand zum Geben und Nehmen. In der Corona-Zeit ist das Interesse an den Büchern – teils in neuwertigem Zustand – noch weiter gestiegen.

Bücher wegzuwerfen, das käme für Eva und Holmar Köstner nicht in Frage. Das Ehepaar steht vor dem Bücherschrank am Neuen Markt in Haan und sortiert Bücher ein. „Eine wirklich tolle Sache, von der alle Seiten profitieren.“ Nur wenige Minuten vergehen, da kommen schon die nächsten Nutzer. Die beiden Schränke am Neuen Markt und an der Friedrichstraße in Haan pulsieren regelrecht. „Sie leben, und das ist toll zu sehen“, sagt Pate Andreas Rehm.

Mit fünf Parteikollegen kümmert sich der  Fraktionsvorsitzende der Grün-Alternativen Liste (GAL) Haan darum, dass die Schränke sauber bleiben, ihre Türen schließen und Bücher, die auseinander fallen, draußen bleiben. GAL, „Haaner Jugendförderung Karin und Gerhard Schmitz Stiftung“, Stadt, Innogy und die Stadtbücherei haben einen oder beide der stählernen Büchertürme ermöglicht, die Plätze für je rund 250 Bücher bieten. Bestseller von Autoren wie Ken Follett und Diana Gabaldon –  teils sogar neu  – sind zu finden, ältere Klassiker, außerdem Kinder- und Jugendliteratur. „Oft finde ich etwas für meine Enkel“, sagt Eva Köstner.

Ein Bücherschrank eigens für die jungen Leser steht in Hilden auf dem Spielplatz Warringtonplatz. Um den von der Stadt aufgestellten Schrank kümmert sich Albert Hullen. „Ich lese gern und finde die Idee, Bücher weiterzugeben, sehr gut“, erklärt er sein Engagement. Jeden Tag schaut er bei dem Bücherschrank nach dem Rechten. „Besonders schön finde ich, wenn sich spielende Kinder an den Schrank heranwagen und ganz  glücklich sind, dass sie in den Büchern blättern dürfen.“ Durch die Corona-Zeit sei das Angebot noch stärker gefragt als ohnehin schon.

Weitere Bücherschränke gibt es in Hilden an der Walder Straße und am Dr.-Ellen-Wiederhold-Platz. Letzteren betreut schon seit dessen Aufstellung Wolfgang Becker, der 180 Schritte vom Bücherschrank entfernt wohnt und schon jede Menge schöne und manchmal auch kuriose Erlebnisse rund um dem Schrank erlebt hat. „Manche Leser kommen jeden Tag. Einer fährt täglich mit seinem Fahrradanhänger von Langenfeld bis Erkrath und nimmt aus überfüllten Bücherschränken Inhalt heraus und füllt leere auf.“ Schön fände Berger es, wenn die Leute keine verdreckten Bücher oder solche mit fehlenden Seiten einstellen würden. „Die müssen ja dann von uns Paten entsorgt werden.“

In Gruiten kümmern sich Angelika Ahrweiler, Carsten Bar und vier weitere Ehrenamtler um den Bücherschrank, der im September seit einem Jahr an der Bahnstraße vor der Sparkasse steht. „Hier ist sehr viel Bewegung drin“, informiert Angelika Ahrweiler. „Wenn wir den Schrank gerade sortiert haben und zufällig zwei Stunden später noch einmal reinschauen, hat sich das Angebot häufig stark gewandelt.“ Besonders, wenn Kinderbücher oder größere Spenden einsortiert werden, sind sofort Interessenten da.“  Wichtig ist auch den Gruitener Ehrenamtlern, dass der Schrank nicht dazu gedacht ist, seinen Keller zu entrümpeln. „Wir möchten ein attraktives Leseangebot vorhalten“, sagt Carsten Bar. Ins Leben gerufen hat den Schrank der Bürger- und Verkehrsverein, ermöglicht haben ihn Stadt  und Innogy.