Büchereien in Hilden und Haan wollen sonntags nicht öffnen

Hilden / Haan : Büchereien wollen sonntags nicht öffnen

Anders als Museen und Theater mussten Bibliotheken bislang grundsätzlich an Sonn- und Feiertagen schließen. Das hat der Landtag in Düsseldorf jetzt einstimmig geändert. Die Stadtbüchereien in Hilden und Haan lassen ihre Öffnungszeiten unverändert.

Nach Angaben des Kultusministeriums gibt es in Nordrhein-Westfalen rund 265 Stadtbibliotheken. Für sie ermöglicht die Gesetzesänderung nun die Öffnung an Sonn- und Feiertagen, erzwingt sie aber nicht.

„Wir haben aktuell keine Pläne für eine Sonntagsöffnung“, sagt Silke Liesenkloß, Leiterin der Stadtbücherei Hilden: „Wir haben rund 1700 Stunden im Jahr geöffnet, auch in den Ferien. Das ist keineswegs selbstverständlich.“ Die Bücherei orientiere sich sehr stark an den Wünschen und Bedürfnissen ihrer 6141 Kunden. Sie schauten im vergangenen Jahr 131.179 Mal vorbei. Damit ist die Stadtbücherei eine der meistbesuchten Dienststellen der Stadt. „Der Samstag ist der ausleihstärkste und besucherstärkste Tag“, weiß Liesenkloß: „Dann kommen auch besonders viele Familien vorbei.“ Daneben organisiert die Stadtbücherei noch 358 Veranstaltungen (mit 6308 Besucherin Im Jahr 2018). Das ist umgerechnet eine pro Tag. Mit 14 Mitarbeitern (auf 10,25 Stellen) sei die Personalkapazität maximal ausgereizt. „Zu besonderen Gelegenheiten werden wir die neuen Öffnungsmöglichkeiten aber nutzen“, verspricht die Leiterin der Hildener Stadtbücherei.

Und das sei bereits beim Kultursonntag am 3. November der Fall. Dann bietet die Bücherei eine kriminell-möderische musikalische Lesung für Erwachsene in den Räumen der Stadtbücherei Hilden, Nove-Mesto-Platz 3, an. Gemordet wird immer - und das auf vielfältigste Art und Weise. Zum Beispiel musikalisch in rabenschwarzen Krimisongs. Und literarisch, in Kurzkrimis von schwarzhumorig bis ganz schön spannend! Die Krimi-Autorin und Musik-Kabarettistin Jutta Wilbertz liest ihre Krimis und singt mörderische Songs aus eigener Feder. Virtuos begleitet wird sie von ihrem Gatten Thomas, dessen Suppe sie bisher noch nicht mit Arsen gewürzt hat – er spielt einfach zu schön Gitarre, komponiert, singt Duett und darf manchmal sogar etwas sagen. Einlass ist ab 16.30 Uhr, Beginn um 17 Uhr. Eintrittskarten sind an der Abendkasse für fünf Euro erhältlich.

Silke Liesenkloß leitet die Stadtbücherei Hilden. Sie hat gerade ihre Ausbilderprüfung bei der IHK bestanden. Foto: Christoph Schmidt

Auch die Stadtbücherei Haan wird vorerst nicht am Sonntag öffnen. „Wir versprechen uns keinen attraktiven Mehrwert für unsere Nutzerinnen und Nutzer“, erläutert Sonja Kunders, Öffentlichkeitsarbeiterin der Stadt Haan.

Eine Öffnung an Sonntagen könnte bei der aktuellen Personaldecke nur gewährleistet werden, wenn Öffnungszeiten an anderen Wochentagen reduziert würden. Den meisten Personen mit ungünstigen Arbeitszeiten sei schon durch die Samstagsöffnung bis 13 Uhr geholfen, während die zu allen Tageszeiten zugängliche Außenrückgabe und die Abholfächer einen Besuch in den Öffnungszeiten nicht mehr zwingend erforderlich machen. Sonderveranstaltungen an Sonntagen stehe die Stadtbücherei grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. So veranstaltet sie seit bereits mehr als zehn Jahren einen Bücherflohmarkt mit Glühweinausschank am 1. Advent. Hier ließe sich das kulturelle Angebot der Stadt sicherlich attraktiv ergänzen.

Die Stadtbücherei Haan zählt pro Jahr rund 30.000 Besucher und das bei knapp 3000 Nutzern. Leiter ist Roman Reinders. Foto: Tinter, Anja (TA01)/Tinter, Anja (ati)

Die Stadtbücherei hatte im vergangenen Jahr 2981 Kunden. Sie besitzt etwa 30.000 physische Medien im Bestand, die im vergangenen Jahr rund 71.000 Mal ausgeliehen wurden. Rund 30.000 Besucher suchten die Stadtbücherei auf. Etwa 1100 Personen kamen zu den zahlreichen Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene. Das Bibliotheksteam machte all dies möglich mit fünf Mitarbeitern (plus einer Auszubildenden), die sich 3,6 Stellen teilen.

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