Hilden: Bücherei will Service für Blinde verbessern

Hilden : Bücherei will Service für Blinde verbessern

Manfred Düttmann lebt seit gut einem halben Jahr in Hilden und ist regelmäßig Kunde der Stadtbücherei. Ohne seine Frau Gudrun wagt sich der 76-Jährige allerdings nicht in das Labyrinth von Regalen und Gängen, denn er ist beinahe blind.

"Ich habe die Sehfähigkeit durch eine Krankheit fast verloren und damit auch ein Stück Lebensqualität, denn ich habe immer gerne gelesen", berichtet der Neubürger. Ein guter Ersatz für geschriebene Literatur sind für ihn Hörbücher. Genau über die sprach Claudia Lemke bei einem Informationstreffen speziell für Sehbehinderte und Blinde. Die Leiterin der Stadtbücherei erläuterte den Besuchern auch, wie Anmeldung und Ausleihe funktionieren.

"Vielleicht könnten Sie die Hörbücher nach Sachgebieten oder Genres sortieren, denn man kennt ja nicht immer den Namen jedes Autors", regte Manfred Düttmann an. Wolfram Marold vom Blinden- und Sehbehindertenverein für den Kreis Mettmann (BSVKM) hatte einen praktischen Wunsch: "Es ist zu dunkel rund um das Regal, und eine Lupe wäre gut, damit man den Text auf den CD-Hüllen besser erkennen kann."

Claudia Lemke nahm die Anregungen entgegen und berichtete, dass die Stadtbücherei bereits überlege, wie sie den Service auch für sehbehinderte Kunden verbessern könne.

1400 Hörbücher im Bestand

Während die Auswahl an Büchern in Großdruckschrift eher überschaubar ist, gibt es derzeit 1400 Hörbüchern im Bestand. "Die nächsten CDs liegen schon in meinem Büro, und weitere Anschaffungen, auch von Bestsellern, sind geplant", sagte sie. Eine Lupe, kündigte sie an, werde bald schon am Regal installiert.

"Unsere Mitarbeiterinnen sitzen auf jeder Etage, beraten sie gerne, empfehlen auch Bücher und helfen ihnen im Erdgeschoss bei der Ausleihe", betonte Lemke. Für Manfred und Gudrun Düttmann lohnte sich der Besuch in der Stadtbücherei. Sie erfuhren manch interessantes Detail, nahmen Kontakt mit dem BSVKM auf und lernten sogar noch eine ebenfalls sehbehinderte Frau kennen, die sich als Nachbarin entpuppte.

(RP)
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