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Hilden: Bioladen bekommt Konkurrenz

Hilden : Bioladen bekommt Konkurrenz

Seit fast 29 Jahren existiert der Naturkostladen von Yamina Merzougui. In einem Monat eröffnet in direkter Nähe zu ihrem Geschäft an der Heiligenstraße die Biosupermarkt-Kette "Denn's" im Geschäftshaus Am Kronengarten.

Nachdem es bei den Bauarbeiten am neuen Geschäfts- und Parkkomplex an der Straße am Kronengarten zu Verzögerungen gekommen war, eröffnet dort der Biosupermarkt "Denn's" am Donnerstag, 23. Februar. Dies teilt der Bio-Großhändler Dennree mit, dem die "Denn's"-Kette gehört.

Gleich um die Ecke vom Kronengarten, an der Heiligenstraße, führt Yamina Merzougui (50) seit fast 29 Jahren ein Biogeschäft mit dem Namen "Naturkostladen Guten Morgen". Ihr gefällt die künftige Konkurrenz quasi direkt vor der Ladentür überhaupt nicht — zumal sie einst selbst von Dennree ihre Waren bezogen, dies aber nach Bekanntgabe seiner Pläne in Hilden gestoppt habe. Ihr Vorwurf: "Wir kleinen Läden haben Dennree groß gemacht, und nun macht er uns mit seinen eigenen Filialen kaputt." Schließlich könne ein Großhändler mit einer eigenen Supermarkt-Kette ganz anders kalkulieren als kleine, selbstständige Läden.

Die Biobranche wächst

Dies weist Dennree jedoch von sich. "Die Biobranche wächst", heißt es in der Firmenzentrale im oberfränkischen Töpen. "Wir halten deutschlandweit Ausschau nach Ladenflächen. Konkurrenz zu unseren Geschäftskunden ist dabei aber nicht unser Ziel." Sofern es geeignete Standorte gebe, biete man sie zuerst bestehenden Bioläden vor Ort an.

Ihr sei die Ladenfläche im Kronengarten nicht angeboten worden, sagt Yamina Merzougui. Allerdings habe sie ja den Geschäftskontakt zu Dennree abgebrochen. "Ich hätte mir die neue Ladenfläche auch gar nicht leisten können", sagt sie. Bislang ist der Naturkostladen das einzige Bio-Geschäft in Hilden. Im Angebot habe man neben Lebensmitteln unter anderem Kosmetika und Hygieneartikel. "Die Kunden kommen aus Hochdahl, Erkrath und Unterbach zu mir, weil es dort keine Bioläden gibt", erzählt sie. Ihre Auswahl sei groß. "Wir haben mehr als 200 Teesorten und rund 100 Gewürze." Da kämen durchaus auch Männer und Frauen zum Einkaufen an die Heiligenstraße, die gar keinen Wert auf das "Bio"-Siegel legten, aber ein bestimmtes Gewürz — beispielsweise Schwarzkümmel — suchten. Viele seien Stammkunden. "Das Persönliche ist bei uns sehr wichtig", sagt Merzougui. Dazu gehöre es, bei Regen mal einen Schirm zu verleihen oder kurz auf ein Fahrrad aufzupassen. "Teilweise kommen jetzt auch schon die Kinder unserer Kunden zu uns."

Durch die Fleischskandale steige im Moment zudem die Nachfrage nach Biofleisch und -wurst. "Unsere Fleischwaren kommen aus Deutschland und von zwei Großhändlern, die noch nie in Skandale verwickelt waren", versichert die 50-Jährige. Dass die Produkte teurer seien als Fleisch von konventionellen Aufzuchtbetrieben, liege in der Natur der Sache. "Tiere auf Biohöfen leben länger, weil sie keine Wachstumsmittel bekommen, und müssen demzufolge länger gefüttert werden."

Merzougui hofft, dass ihr Geschäft trotz der künftigen Konkurrenz weiter gut läuft. "Viele Kunden haben uns versichert, dass sie uns treu bleiben wollen", sagt sie.

(RP)