1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Besorgte Blicke zur A3-Brücke übers EulentaL

Verkehrs-Ärger : Besorgte Blicke zur Autobahnbrücke für die A3

Bei einem Ortstermin mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Klaus Wiener ging es jetzt auch um den geplanten A3-Ausbau auf acht Spuren.

Schon heute rollen pro Tag rund 12.000 Lastwagen über die A3, Tendenz steigend. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist der Ausbau der Autobahn zwischen Leverkusen-Opladen und Hilden auf acht Fahrspuren als „Maßnahme des vordringlichen Bedarfs“ enthalten. Sehr zum Unmut der anliegenden Städte.

Drei Mal wurde beispielsweise die Stadt Hilden öffentlich am Verfahren beteiligt, zuletzt am 12. Januar dieses Jahres. In ihrer Stellungnahme lehnte sie den geplanten Ausbau ab – wie auch die anderen, unmittelbar betroffenen Städte Solingen, Langenfeld und Leichlingen. Sie alle sehen die Notwendigkeit des Ausbaus nicht ausreichend belegt.

Jetzt gibt es eine weitere Sorge rund um das Thema A3: Die Autobahnbrücke über das Eulental am Ortsausgang von Erkrath. Seit bekannt wurde, dass der Bundesbetrieb Autobahn GmbH die Brücke ab 2023 ertüchtigen will, machen sich die Menschen in der Stadt Sorgen. Was passiert, wenn Teile der Autobahn für die Sanierung gesperrt werden, oder die Brücke gar in ein paar Jahren neu gebaut werden muss?

  • Von links: Marc Hildebrand (CDU Alt-Erkrath),
    Erkrather Politik beunruhigt : Besorgte Blicke zur Brücke für die A3
  • Offenbar weniger stabil, als sie aussieht:
    Verkehr in Erkrath : CDU macht A3-Brücke zum Stammtisch-Thema
  • Maik Schatten ist der neue Trainer
    Fußball-Kreisliga A : Dem Rückkehrer SV Hilden-Nord fehlt Personal

Rollt dann der Verkehr inklusive Lkw durch den kleinen Ort? Die örtliche CDU und die Mittelstandsvereinigung trafen sich nun zu einem Ortstermin, um gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Klaus Wiener aus Haan den Stand der Dinge zu besprechen. Denn die Stadt Erkrath habe auf eine Anfrage keine Antwort von der Autobahn GmbH bekommen.

Klaus Wiener fragte beim Bundesverkehrsministerium in der Sache an. Die Antwort kam prompt: „Derzeit befinden sich die Projekte um den Ausbau der BAB 3 in den angesprochenen Bereichen in der frühen Phase der Vorplanung, sodass zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage zu einer zukünftigen Ausbauvariante und damit auch nicht zu möglichen Maßnahmen im Bereich Erkrath getroffen werden kann“, lautet die knappe Antwort von Oliver Luksic, Koordinator der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik.

Für Wiener ist diese Antwort nicht zufriedenstellend: „Aus meiner Sicht bleibt es dabei, dass Verzögerungen bei einem so wichtigen Thema nicht akzeptabel sind“.

Brücken sind ein heikles Thema rund um die Ausbaupläne. Alleine in dem Abschnitt der A 3 im Hildener Stadtgebiet befinden sich mindestens neun. Diese müssten bei einer Verbreiterung der Autobahntrasse angepasst oder neu gebaut werden. Das führe zu Eingriffen und Beeinträchtigungen an den dann betroffenen Straßen und Quartieren, befürchtet man in der Itterstadt.

Henning Rehbaum, erfahrener Unternehmer im Verkehrsgewerbe und Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages, will sich nun dafür einsetzen, dass es in Erkrath nicht zu „Lüdenscheider Verhältnissen“ kommt. Im Sauerland war eine ganze Brücke gesperrt worden, weil die Standsicherheit nicht mehr gegeben war. Seitdem herrscht Dauerstau in der Stadt.

Erkraths Bürgermeister Christoph Schultz kritisiert, dass die Brücke über das Eulental schon baufällig sein soll: „Wir sind irritiert, denn sie ist nicht einmal 40 Jahre alt“, sagt er.

Die erste Brücke über das Eulental sei „zu Kaisers Zeiten“ gebaut und damals als Zeichen der Industriekultur so stolz beworben worden, dass sich ein Abbild sogar im Wappen von Erkrath wiederfand. Die Zeiten haben sich grundlegend geändert, die Verkehrswende ist das Ziel. In den 1970er Jahren sei man noch von ganz anderen Zahlen und Prognosen ausgegangen, die von der Realität überholt wurden. Die Brücke ist ausgelegt für ein Lkw-Maximalgewicht von 38 Tonnen. Die heutigen, größeren Lkw beanspruchen die Bausubstanz so stark wie Tausende Pkw.