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Beschluss stößt bei Eltern in Hilden auf Unverständnis und Kritik

Jugendamtselternbeirat : Beschluss stößt bei Eltern auf Unverständnis und Kritik

Der Hauptausschuss hat beschlossen, Elternbeiträge für das Mittagessen für drei Monate pauschal zu erstatten. Das kritisiert die Interessenvertretung der Eltern.

Eltern, die im Februar, März und April Beiträge für das Mittagessen bezahlt und deren Kinder dies überwiegend nicht in Anspruch genommen haben, erhalten pauschal 70 Euro pro Monat erstattet – auf Antrag. Das hat der Hauptausschuss beschlossen. Das stoße bei Eltern auf Unverständnis und Kritik, teilt der Jugendamtselternbeirat mit. Er vertritt die Eltern der Kita-Kinder. Die Eltern seien bis zur Sitzung des Hauptausschusses davon ausgegangen, dass die Erstattung selbstverständlich sei. „Schließlich verpflegen wir Eltern unsere Kinder zu Hause und haben dafür nochmal Kosten aufzubringen. Ebenso ist es nicht Elternaufgabe finanzielle Corona-Hilfe an die betroffenen Catering-Unternehmen zu leisten.“ Hinzu komme, dass  Verpflegungsentgelte Sache der Träger seien. Das bedeute, dass der Hauptausschuss gar nicht für alle Kindergärten entscheide. Die freien Träger (Kirchen, Verbände) seien außen vor. Der evangelische Kita-Verbund Windrose habe bereits zugesagt, die Verpflegungsbeiträge zum Ende des Kindergartenjahres per Spitzabrechnung zu erstatten. Bei dem geplanten Antragsverfahren fühlten sich Eltern in eine Bittsteller-Rolle gedrängt. „Das darf nicht sein“, betont der Jugendamtselternbeirat.

Die geplante Erstattung der Betreuungsbeiträge von jeweils einem Drittel für Februar, März und April (entspricht zusammen einem Monatsbeitrag) entspreche nicht den Forderungen des Jugendamtselternbeirats: „Zur Eindämmung der Pandemie sind die Eltern nach wie vor aufgefordert, ihre Kinder zu Hause zu betreuen. Die nach wie vor aktuelle, pauschale Leistungskürzung von 10 Stunden pro Woche und Kind stellt Eltern, die ihr Kind betreuen lassen müssen, vor zum Teil unlösbare Herausforderungen.“ Eine von Bürgermeister Claus Pommer und Jugenddezernent Sönke Eichner versprochene Klärung, ob die pauschale Kürzung tatsächlich personell und durch die Pandemie begründet sei, stehe noch aus: „Tatsächlich kürzen Kitas trotz voller Personalstärke die Leistung um 10 Wochenstunden.“ Nach wie vor gebe es zu wenig Personal in den Kitas. Und nach wie sei dort keine Besserung in Sicht.