Hilden: Bei Wincor Nixdorf klingelt die Kasse

Hilden : Bei Wincor Nixdorf klingelt die Kasse

Von Hilden betreut das Unternehmen das gesamte deutschsprachige Ausland. Es vertreibt Kassen und Geldautomaten.

Ein Kunde, der in einem Supermarkt fünf Tomaten kauft, bereitet der Kasse einigen Aufwand. Die Kassiererinnen wiegen das Gemüse aus, die Kasse errechnet den Preis und nimmt den Wert in den Bon auf. Zückt der Kunde beim Bezahlvorgang die EC-Karte oder kombiniert er Essensmarken mit Bargeld, muss die Kasse auch das verrechnen können. "Was eine Kasse heutzutage leisten muss, ist viel, und es passiert hinter den Kulissen. Die Kunden nehmen das gar nicht mehr wahr", sagt Ulrich Völlmecke. Er ist verantwortlich für das Marketing der Firma Wincor Nixdorf.

Wincor Nixdorf liefert an Kunden wie die Sparkassen-Organisation, Deichmann, Rewe oder s.Oliver Geldautomaten und Kassensysteme - und ist europaweit der wichtigste, weltweit der zweitstärkste Anbieter von Geldautomaten und Kassiersystemen. Die günstigsten Ladenkassen kosten 1000 Euro - teure Systeme können dagegen mit bis zu 20 000 Euro zu Buche schlagen.

Vom Standort in Hilden aus werden die Kunden in Deutschland und dem gesamten deutschsprachigen Ausland betreut. Dabei liegt "nahezu die Hälfte des Geschäftsvolumens nicht mehr bei der Hardware", erläutert Völlmecke. Denn zum Leistungsumfang gehören zunehmend auch Software-Lösungen - Updates, wenn sich am Leistungsangebot von Banken und Handel, Bezahlarten oder Währungen etwas ändert - sowie Beratung. "Wir entwickeln mit dem Kunden auch gemeinsam Systeme." So zum Beispiel ein doppeltes Computersystem mit einem zweiten Bildschirm für den Kunden, an dem er beispielsweise Videos aufrufen kann. Neuester Trend ist die Vernetzung von Vertriebskanälen. "Unsere Aufgabe ist es, internetbasierte Shopsysteme mit Kassensystemen zu synchronisieren." Und das alles in Echtzeit. "Alles muss jederzeit verfügbar sein - das ist jetzt der Gigatrend. Es gibt keinen Stillstand - das sichert unsere Arbeitsplätze."

Und so sei die Umsatzlage des Unternehmens stabil. Das liegt auch am ständigen Modernisierungsdruck der Anlagen: Kassiersysteme haben einen Austauschzyklus von drei bis vier Jahren und sind damit "ähnlich schnelllebig wie Computer-Systeme", berichtet Völlmecke. Bei Geldautomaten liegt der Austauschzyklus bei sieben bis acht Jahren. Und so steht Wincor Nixdorf auf gesunden Beinen: 24 Prozent des weltweiten Gesamtumsatzes werden allein in Deutschland erwirtschaftet.

Damit ist das Unternehmen ein verlässlicher Arbeitgeber in Hilden. Aus dereinst stark industriell geprägten Stadt "hat sich in den letzten Jahren durch eine konsequente Ansiedlung und Förderung kleiner und mittelständisch geprägter Unternehmen eine stabile konjunktur-unabhängige Wirtschaftsstruktur entwickeln können", heißt es von der IHK Düsseldorf.

In Hilden sind rund 5000 gewerbliche Betriebe aus Handwerk, Industrie und Handel ansässig. Größter Arbeitgeber ist der Handel, gefolgt von Dienstleistungen. Industrieller Schwerpunkt Hildens ist der Maschinenbau mit 45 Betrieben. 17 Unternehmen bearbeiten Metalle und 13 Firmen gehören zur chemischen Industrie.

Mit den Namen erfolgreicher Unternehmen wie Qiagen, 3M, und Wincor Nixdorf schmückt sich die Stadt Hilden, verweist auf ihrer Homepage auf die Großunternehmen. Dazu Wirtschaftsförderer Peter Heinze: "Wir stellen auch immer gerne dar, dass viele chemische Unternehmen und Maschinenbauer in Hilden sitzen." Das zeige dem Interessenten, dass viele Fachkräfte vor Ort beschäftigt sind.

(RP)