Bei „Vielfaltklang“ kann jeder mitspielen

Hilden : Bei „Vielfaltklang“ kann jeder mitspielen

Haben Sie früher mal ein Instrument gespielt? Wollten sie das immer schon mal ausprobieren? Hier ist die Gelegenheit. Die Musikschule startet am 6. April ein neues Projekt, das vom Land gefördert wird.

Musik ist toll und eigentlich ganz einfach. Eine kleine Melodie und die Zeile „Da Da Da“: Daraus machte die Band „Trio“ 1982 einen Riesenhit – und den größten kommerziellen Erfolg der Neuen Deutschen Welle. Das Zeug zum Erfolg hat auch das jüngste Projekt der Musikschule Hilden (MSH), das Orchester Vielfaltklang“. Dabei können wirklich alle mitmachen: Die, die nur einen einzigen Ton spielen, die fünf Töne können oder 50. „Es gibt viele Musikstücke, die die man auf diese modulare Weise zusammenbauen kann“, verspricht der Leiter des neuen Orchesters, Frank Lescher: „Das Wichtigste ist: Alle, die mitspielen, haben zusammen viel Spaß.“ Denn das gemeinsame Musizieren hat eine starken Zauber von besonderer Kraft: Es erfüllt alle gleichermaßen und macht einfach glücklich.

Laien und Semiprofessionelle, Alte und Junge, Menschen mit und ohne Handicap: Alle bringen ihre Fähigkeiten ein und musizieren zusammen. Im Ruhrgebiet gibt es bereits solche Orchester, berichtet Musikschulleiterin Eva Dämmer. Aber auch in Hilden haben Stadt und Musikschule mit dem Konzept schon viele Erfahrungen gesammelt. Die Stiftung der Sparda Bank West zeichnete 2017 das Projekt „All inclusiv – Ein Orchester der Vielfalt“ mit Behinderten, Senioren, Kita-Kindern, Grundschülern, Jugendlichen und Flüchtlingen mit einem Preis aus. Ohne Vorkenntnisse ein Instrument spielen: Das klappt wirklich, konnte sich Kulturdezernent Sönke Eichner persönlich überzeugen. Er versuchte sich an der Geige: „Ich war nicht der Beste, aber der Lustigste.“ Musikschul-Dozent Frank Lescher und drei seiner Kollegen werden das neue Orchester „Vielfaltklang“ betreuen. Die erste Kennenlernprobe findet am Samstag, 6. April, von 14 bis 15.30 Uhr im Heinrich-Strangmeier-Saal der Musikschule (Gerresheimer Straße 20) statt. Nach einer zweiten Kennenlern-Probe (Termin ist noch offen) sind dann Gesamt- und Registerproben in Teilgruppen alle zwei Wochen im Wechsel geplant. Die Teilnahme ist frei. Das Land fördert das Projekt bis Jahresende mit 5300 Euro. Auch nach Abschluss des Projekts soll das Orchester „Vielfaltklang“ als festes Ensemble der Musikschule weiterhin regelmäßig proben und Auftritte bestreiten. „Die Musikschule soll für wirklich jeden etwas anbieten“, erklärt Eva Dämmer den Hintergrund des Projekts: „Das setzen wir jetzt um, für mich ein Herzensanliegen.“

Das Projekt „All inclusive“ vor drei Jahren sei ein Versuchsballon gewesen: „Dabei hat sich gezeigt, dass Menschen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen zusammen musizieren können. Und die Resonanz war schlicht überwältigend.“ Die Inklusionsband für Menschen mit und ohne Behinderungen übt im Wohnheim der Graf-Recke-Stiftung an der Hochdahler Straße. Für Bewohner einer Senioreneinrichtung gibt es das Musizierangebot „Zauberharfe“.

Dozenten der Musikschule besuchen bereits fünf Kindergärten und musizieren dort mit den Mädchen und Jungen. Nicht nur die Kinder, auch die Erzieherinnen sind begeistert, weil das Angebot den Kindern gut tut und die Erzieherinnen entlastet.

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