Hilden: Bauverein zieht Antrag zurück

Hilden : Bauverein zieht Antrag zurück

Die gemeinnützige Genossenschaft hat den Bürgermeister gebeten, vorläufig keinen Bebauungsplan für den Bereich An den Linden/Ohligser Weg/Kirschenweg aufzustellen. Die Ratsfraktionen begrüßen das Einlenken.

Der Bürgermeister hatte die Ratsfraktionen und die Bürgerinitiative gegen das Vorhaben von der Entscheidung des Bauvereins informiert. Die gemeinnützige Genossenschaft habe als Begründung die öffentliche Diskussion über das Projekt und die Gespräche mit allen Fraktionen angeführt. Eine Stellungsnahme war gestern nicht vom Bauverein zu bekommen. Geschäftsführendes Vorstandsmitglied Lars Dedert kündigte für heute eine Erklärung an.

Fairer Kompromiss

Alle Ratsfraktionen (die FDP war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen) begrüßten gestern die Reaktion des Gemeinnützigen Bauvereins. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Peter Schnatenberg und der CDU-Parteivorsitzende Patrick Strösser sahen darin ein Zeichen des guten Willen und der Bereitschaft des Bauvereins, mit allen Beteiligten ins Gespräch zu kommen. Beide gratulierten der Anwohner-Initiative zu ihrem erfolgreichen Engagement. Die Bürger hätten eine "sehr gute Sach- und Überzeugungsarbeit geleistet". Es gehe jetzt darum, mit allen Beteiligten ergebnisoffen das Für und Wider einer behutsamen Hinterlandbebauung abzuwägen, kommentierte Udo Weinrich, Fraktionsvorsitzender der Bürgeraktion Hilden. Die BA werde sich für einen fairen Kompromiss einsetzen. Der Bauverein sei sich offensichtlich nicht einig und müssen das zunächst intern klären, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Birgit Alkenings: "Der Stadtrat sollte in solchen Fällen nicht den Schiedsrichter spielen." Ihre Fraktion habe noch nicht darüber diskutiert, wie dicht das Bauverein-Gelände bebaut werden sollte.

Pläne überarbeiten

Die Unabhängigen hätten dem Bauverein angeraten, die Pläne zu überarbeiten und die Bürger dabei mehr mitzunehmen, erläuterte Fraktionsvorsitzender Werner Horzella. Er sei froh, dass die Pläne vorläufig zurückgezogen wurden. Das biete die Chance, die Diskussion zu versachlichen und die Bebauung verträglicher zu gestalten.

Die Rücknahme der Baupläne sei der richtige Weg, kommentierte Klaus Dieter Bartel, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Viele Mitglieder des Bauvereins hätten sich bei dem Vorhaben übergangen gefühlt. Die Grünen sähen einen gewissen Bedarf an günstigem Wohnraum in Hilden. Die geplante Bebauung sei aber zu massiv gewesen. Sie sollte überdacht werden, meinte Bartel. Die Mitglieder der Bürgerinitiative LOK gegen die Innenbebauung der Straßen An den Linden, Ohligser-, Kirschenweg fühlen sich durch die Entscheidung gestern in ihrem Widerstand bestärkt. Sie gehen davon aus, dass der Vorstand und Aufsichtsrat des Bauvereins sich jetzt mit ihnen in Verbindung setzt und einen Dialog mit den betroffenen Anwohnern beginnt. Das sei bislang nicht geschehen, kritisieren die Anwohner. Ein Fragenkatalog der Bürgerinitiative vom 16. November sei unbeantwortet geblieben.

(RP)
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