Hilden: Bauverein bringt Antrag durch

Hilden: Bauverein bringt Antrag durch

CDU, SPD, Grüne, Unabhängige und FDP haben im Stadtentwicklungsausschuss mit Mehrheit beschlossen, ein Bebauungsplan-Verfahren für den Bereich An den Linden/Ohligser Weg/Kirschenweg einzuleiten.

Seit eineinhalb Jahren wird über das Vorhaben des Gemeinnützige Bauvereins erbittert gestritten. Die Genossenschaft will im Hildener Süden mittel- bis langfristig bis zu 80 neue Wohnungen bauen.

Die Bürgerinitative "LOK", unterstützt durch Freie Liberale (FL) und Bürgeraktion/Fraktionslose Christdemokraten (BA/CDf), versucht das zu verhindern, unter anderem mit Erhaltungssatzungen für die genannten Straßenzüge. CDU, SPD, Grüne, Unabhängige und FDP gaben jetzt im Fachausschuss dem Antrag des Bauvereins statt, ein Planverfahren für den Bereich einzuleiten.

"Maßvolle Innenbebauung"

Ein Bebauungsplanverfahren sei das geeignete Instrument, den Charakter der Siedlung zu erhalten, sagte Jürgen Scholz (SPD). Seine Fraktion halte eine "maßvolle Bebauung im Innenbereich" für möglich. Das müsse diskutiert werden. Die Bürger hätten im Planverfahren alle Möglichkeiten, sich einzubringen. Auch die CDU sprach sich für eine maßvolle Verdichtung im Innenbereich aus. Eine Erhaltungssatzung sei kein geeignetes Mittel, klare Vorgaben für die Zukunft zu machen, erläuterte Jürgen Spelter.

Das habe der Vortrag des Experten Prof. Dr. Norbert Schöndeling im Ausschuss gezeigt. Heinz Albers benannte Bedingungen der Grünen für einen Bebauungsplan: Bezahlbarer Wohnraum müsse geschaffen werden für alle Generationen, die Freiflächen und Bäume seien zu erhalten. Die Grünen wünschen sich ein ökologisches Vorzeigeprojekt für genossenschaftliches Wohnen.

  • Hilden : „Wir wollen keine Revolution“

Albers berichtete, er sei von Gegnern des Vorhabens persönlich eingeschüchtert worden. Die FDP sei nicht grundsätzlich gegen ein Bebauungsplanverfahren, verlange aber, dass die Bürger beteiligt werden, sagte Heidi Weiner. Der Bauverein hatte Gegner des Projekts aus den eigenen Reihen abgemahnt. Das könnten die Liberalen nicht akzeptieren.

Auch die Unabhängigen folgten der Empfehlung des Experten und votierten für ein Bebauungsplanverfahren, erläuterte Günter Pohlmann. Die geplante Bebauung sei "zu massiv".

Erhaltungssatzungen abgelehnt

Die Freien Liberalen lehnten ein Planverfahren ab, sagte Friedhelm Burchartz. Erhaltungssatzungen seien der richtige Weg, die "wertvollen Grüngebiete" zu erhalten. Ein Bebauungsplanverfahren diene einzig und allein der Bebauung des Innenbereichs, warnte Patrick Strösser (BA/CDf) und lehnte deshalb den Bauverein-Antrag ab.

Die von Anwohnern beantragten Erhaltungssatzungen für die Straßen An den Linden, Kirschenweg und Kölner Straße/Ohligser Weg wurden mit Mehrheit von CDU, SPD, FDP, dUH und Grünen abgelehnt. Ein Antrag der BA/CDf, die Antragsteller vorher noch einmal anzuhören, wurde ebenfalls mit Mehrheit abgelehnt. Die BA/CDf kündigte an, sie werde dagegen Einspruch erheben. Darüber muss der Stadtrat entscheiden.

(RP/rl)