Baustellenkoordination in Hilden

Hilden : Baustellen: Bürgeraktion kritisiert Koordination – Stadt wehrt sich

Was sich momentan tagtäglich rund um die Kreuzung Elberfelder Straße/Oststraße/Ostring mit Auswirkungen auf andere Teile der Stadt abspielt, ist nach Einschätzung der Bürgeraktion (BA) nur ein leichter Vorgeschmack von dem, was in den nächsten zwei bis drei Jahren auf den motorisierten Verkehr zukommt.

"Wie soll das mal erst werden, wenn die Elberfelder Straße bald wegen eines Kanalbauwerks auf einem weitaus größeren Abschnitt für mehrere Jahre eine Dauerbaustelle wird und gleichzeitig am Hildener Kreuz eine Großbaustelle für lange Zeit den überörtlichen Verkehr ausbremst?" fragt BA-Fraktionsvorsitzender Ludger Reffgen. Dass Baustellen gelegentlich sein müssen, sei prinzipiell nicht das Problem. Reffgen unterstellt „den Verzicht auf jegliche Koordinierung“ und belegt seine These damit, dass die Stadt nicht wusste, dass Straßen NRW zeitgleich Brückensanierungen plant. Die Folge: "Alle Autos, die vom Hildener Kreuz über den Ostring zur Walder Straße und weiter Richtung Ohligs wollen, werden schnurstracks unweigerlich in die Baustelle navigiert. Alternativlos. Sie haben keine andere Wahl." Auch Staus auf der A46 lie0ßen sich derzeit nicht umgehen: „Denn wer über Haan auf die Parallelroute zur B 228 ausweicht, landet an der Baustelle mit einspuriger Verkehrsführung." Gemeint ist die Elberfelder Straße/Oststraße. Reffgen kritisiert: "Wären die Maßnahmen besser aufeinander abgestimmt, ließen sich infarktartige Lähmungen vermeiden."

Baudezernentin Rita Hoff weist die Kritik zurück: „Für die Koordination zwischen Land und Kommune gibt es feste Strukturen: Alle kommunalen Baumaßnahmen, welche auf Bundes- oder Landesstraßen stattfinden, werden mit dem Landesbetrieb Straßen NRW abgestimmt. Dies gilt auch für die Bauzeiträume. Das gilt zum Beispiel für die geplanten Kanalbaumaßnahmen Elberfelder Straße und Kirchhofstraße. Andersherum beteiligt der Landesbetrieb auch die Stadt im Rahmen seiner Planung, wenn auch nicht immer so früh, wie ich mir das wünschen würde.“ Größere Baumaßnahmen würden gerne in den Ferien durchgeführt, weil das die verkehrsärmste Zeit sei und so möglichst wenig Bürger von den Behinderungen betroffen seien. Und sie stellt klar:“ Eine Koordinierung in dem Sinne, dass Baumaßnahmen nur stattfinden dürfen, wenn auf der Autobahn oder der Landesstraße nicht gebaut wird, ist nicht möglich.“ Für die Beschilderung sei Straßen NRW zuständig. „Während der laufenden Arbeiten hat Straßen NRW mehrfach nachgesteuert und ist sowohl auf Empfehlungen des Hildener Tiefbau- und Grünflächenamts sowie auf Hinweise der Bürgern eingegangen.“

Lob für das Hildener Baustellenmanagement gibt es von Feuerwehrchef Hans-Peter Kremer: „Wir werden immer früh über geplante Baumaßnahmen informiert. Es gibt Besprechungen, wir suchen gemeinsam Kompromisse, ändern bei längerfristigen Baumaßnahmen auch unsere Anfahrtspläne.“ Speziell die Baustelle an der Elberfelder Straße habe Kremer im Vorfeld „nervös gemacht“. Jetzt habe sich gezeigt, „dass wir bisher immer gut durchgekommen sind. Sogar bei Gegenverkehr ist das möglich – wenn alle Autofahrer ganz nach rechts fahren.“

Auch die Rheinbahn hat keinen Grund zur Klage: „Die Städte wissen, dass wir einen Vorlauf von neun Wochen haben, wenn etwa Buslinien wegen Bauarbeiten andere Strecken fahren müssen. „Dann fahren Leute von uns raus und planen, was zu tun ist. In der Regel halten sich die Städte an diese Fristen. Es kommt eher vor, dass dann doch nicht gebaut wird, und wir das zu spät erfahren. Dann fahren die Busse umsonst Umleitungen.“ Aus Hilden ist ihr ein solcher Fall aber nicht bekannt. Und: Wegen der aktuellen Baustellen muss kein Bus eine andere Route fahren.

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