Haan: Bahntrasse wird zum Radweg

Haan : Bahntrasse wird zum Radweg

Am 16. Juni wird der Panoramaradweg zwischen dem Ruhrtal bei Essen-Kettwig und Wuppertal eröffnet. Damit erhält Haan Anschluss an ein ganzes Netz von Radtouristik-Routen. Die Stadt muss keinen Finanzbeitrag leisten

In gut zwei Monaten soll der Panoramaradweg eröffnet werden und dann ein durchgehendes Radeln zwischen Essen-Kettwig bis zur Müngstener Brücke ermöglichen. Der Weg für Radtouristen führt auch ein Stück weit durch Haan. Während noch vor dem 1. März die Wegstücke der alten Korkenzieherbahn und an der alten Trasse der bis vor 50 Jahren zwischen Benrath und Vohwinkel verkehrenden Straßenbahn gerodet wurden, stimmten jetzt Vertreter aller beteiligten Städte eine einheitliche Beschilderung ab.

Trasse wird asphaltiert

Friedhelm Reusch, Leiter des Hoch- und Tiefbauamtes des Kreises Mettmann, erläuterte im Haaner Planungsausschuss Einzelheiten zu dem Projekt, an dessen Kosten sich die Stadt Haan nicht beteiligen muss.

Überall wird der Fuß- und Radweg drei Meter breit sein und ein Schotterbankett aufweisen. An jedem Straßenübergang gibt es eine Betonschwelle mit dem als Relief eingelassenen Namen der überquerten Straße. Das wird die Orientierung erleichtern. Jeweils fünf Bäume werden schon von Ferne auf den nächsten Kreuzungspunkt hinweisen, erläuterte Reusch. Alte Brückengeländer werden weitgehend erhalten und durchgehend in einem Eisenbahnrot lackiert.

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Die Trasse selbst wird asphaltiert — auch um ein Eindringen von Wasser in den Untergrund zu verhindern, in den einst Schadstoffe aus Lokomotiven eingesickert sind. Auf dem glatten Belag werden auch Inliner oder Rollstuhlfahrer gut voran kommen.

Der Kreis kaufte Ende Dezember die Flächen der früheren Straßenbahntrasse. Die Finanzierung gelang, weil der Etatansatz zum Kauf alter Bahntrassen im Gebiet der Stadt Wülfrath um 30 Prozent unterschritten wurde. Drei Jahre lang wurde nach einem Anschluss des Radweges von Wülfrath an die Nordbahntrasse gesucht. Jetzt werden die Radler über die "Kaiserroute" geführt, beim Gruitener Haus Poock auf die alte Werksstraße der Kalkwerke und weiter zum Wibbelrather Weg. Die alte Straßenbahntrasse wird mit einer Rampe an die alte Korkenzieherbahn angebunden, obwohl das auch ebenerdig möglich wäre. "100 Meter Rampe sind einfacher zu unterhalten als 400 bis 500 Meter Radweg", merkte Friedhelm Reusch an.

Jetzt Haaner Radwege entwickeln

Die Haaner Politiker begrüßten das Projekt einmütig. Klaus Straßburg (FDP) und Andreas Rehm (GAL) sahen in der beabsichtigten Überquerung der Gräfrather Straße eine Gefahrenstelle. An die Adresse des eigenen Planungsamtes gerichtet, sagte Rehm, jetzt müsse in Haan weitergedacht werden. "Wir dürfen nicht so unattraktiv für Radfahrer bleiben, wie das bisher der Fall ist".

(RP)
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