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Hilden: Bahnhofsviertel verändert sein Gesicht

Hilden : Bahnhofsviertel verändert sein Gesicht

Der erste Investor will jetzt im Innenbereich Altenwohnungen bauen. Das passt in den Rahmenplan der Stadt.

Die nördliche Unterstadt war aus städtebaulicher Sicht einst eine der problematischsten Ecken Hildens: dicht besiedelt, viele Einwohner mit Migrationshintergrund, viele Altbauten. Das kann man sich heute kaum noch vorstellen, wenn man durch das Bahnhofsviertel zwischen Benrather Straße, Bahnhofsallee, Feld- und Poststraße geht. 2006 haben sich Bürger, Politiker und Verwaltung zusammengesetzt und gemeinsam ein Bündel von Verbesserungsvorschlägen erarbeitet. Sichtbarstes Zeichen der Veränderung war die Sanierung des maroden Bahnhofsgebäudes für 3,4 Millionen Euro im Jahr 2009. Der Bahnhofsplatz und die Bahnhofsallee wurden für rund eine Millionen Euro renoviert. Diese Investitionen der öffentlichen Hand haben eine ganze Reihe von privaten Investoren ermutigt, ebenfalls in ihre Häuser im Bahnhofsviertel zu investieren. Beispiele sind etwa das neue Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Feld-/Körnerstraße. Viele Jahre stand dort ein Abbruch-Haus. Oder das sehr moderne Büro- und Geschäftshaus der Firma Octans, ein reizvoller Kontrast zum denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude.

Feld-/Körnerstraße: vorher Abbruchhaus, heute Neubau. Feld-/Körnerstraße: vorher Abbruchhaus, heute Neubau. Foto: Christoph Schmidt

Jetzt sieht es so aus, als ob ein neues Kapitel im Bahnhofsviertel aufgeschlagen wird. Ein Investor möchte im Innenbereich zwischen Benrather Straße/Bahnhofsallee, Feld- und Poststraße bauen: auf drei Grundstücken an der Poststraße im Bereich der ehemaligen Schreinerei Szepanski. Die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses beraten am Mittwoch, ob sie dem Antrag auf Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes und der Änderung des Flächennutzungsplanes stattgeben. Geplant sind Altenwohnungen mit Service, untergebracht in drei bis viergeschossigen Gebäuden, sowie eine Tiefgarage mit fast 40 Plätzen.

Baudezernentin Rita Hoff empfiehlt, dem Antrag zuzustimmen. "Weil die Ideen des Investors mit dem beschlossenen Rahmenplan kompatibel sind", erläutert Lutz Groll, Sachgebietsleiter Planung im Rathaus.

Rückblick: 2007/2008 hatte die Post ihre alte Hauptpost an der Poststraße verkauft. Deshalb beeilten sich Rat und Verwaltung, einen neuen Bebauungsplan aufzustellen. Er steckt den städtebaulichen Rahmen für mögliche Veränderungen im Bahnhofsviertel ab. Beschlossen wurde auf Vorschlag der Verwaltung, die Blockrandbebauung entlang der Benrather Straße/Bahnhofsallee zu schließen, das Durcheinander von Schuppen, Garagen und Gewerbe im Innenbereich zu ordnen und das Areal für Wohnungen zu erschließen. Das macht Sinn. Denn für Wohnungen dort müssten keine Freiflächen geopfert werden, ein heftig umstrittenes Thema im dicht bebauten Hilden. Vielmehr könnten vorhandene Flächen aufgewertet und besser genutzt werden. Bis zu 100 Wohnungen könnten im Innenbereich entstehen, schätzen die Planer - sowie eine öffentliche Grünanlage für alle Anwohner. Von dort aus wäre die Innenstadt in zehn Minuten zu Fuß bequem zu erreichen. Das neue Quartier wäre über den Hildener Bahnhof auch gut an das Bus- und S-Bahnnetz angebunden. Allerdings müsste der Flächennutzungsplan in ein Allgemeines Wohngebiet geändert werden.

(cis)