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Bäckerei Knelange in Hilden feiert runden Geburtstag

Jubiläum : Bäckerei Knelange feiert 60. Geburtstag

Neben besonderen Aktionen bietet der Handwerksbetrieb ein Gründerbrot nach Rezept von August Knelange an.

Es duftet herrlich nach frischen Brötchen, in der Auslage liegen Hefeteilchen, Croissants und Kuchen – Knelange am Lindenplatz gehört zu den letzten echten Bäckereien mit eigener angeschlossener Backstube in Hilden. „Wenn ein Kunde eine Frage hat, die ich nicht beantworten kann, hole ich meinen Mann aus der Backstube. Er kann immer helfen“, sagt Christel Leminski. Diesen persönlichen, direkten Kontakt schätzen ihre Kunden, sagt die Chefin der Bäckerei Knelange. Seit 60 Jahren backt die Familie bereits Brot und Teilchen am Lindenplatz. Diesen Geburtstag feiert sie am Freitag und Samstag, 28. und 29. Juni, mit besonderen Aktionen.

Dazu gehört auch das Gründerbrot. „Nach einem Rezept meines Vaters August Knelange“, erzählt Christel Leminski. Der Gründer der Bäckereitradition ist im März verstorben. Beim Aufräumen ist seiner Tochter das Rezept für ein Sauerteig-Brot aufgefallen. „Der Sauerteig wird 24 Stunden angesetzt, danach geben wir Vollwert-Roggenmehl und Wasser dazu und lassen alles 42 Stunden kneten“, erklärt Bäckermeister Henri Leminski, dessen Tag um 1 Uhr in der Nacht beginnt. Der 500-Gramm-Laib des Gründerbrotes sei besonders lange haltbar und bleibe über das Jubiläumsfest im Sortiment.

Am 19. Mai 1959 haben August Knelange und seine Frau Maria (eine geborene Busch aus der Baumberger Bäckereifamilie) die Bäckerei Klapperich am Lindenplatz übernommen. Damals gehörte noch ein richtiger Tante-Emma-Laden dazu, in dem Lebensmittel aller Art angeboten wurden. Im September 1971 ließ August Knelange das Ladenlokal ausbauen. Damit verschwand das Zusatzangebot.

1983 fängt Christel Knelange als Konditorin im elterlichen Betrieb an, ein Jahr später stößt Henri Leminski als Bäckergeselle dazu. „Meine Mutter hat früher immer gesagt, dass sie auf keinen Fall einen Bäcker heiraten wird. Das hat nicht geklappt. Ich habe auch immer gesagt, dass ich keinen Bäcker heiraten werde“, erinnert sich die Chefin. 1989 heiraten Christel Knelange und Henri Leminski. Im Dezember 2002 übernimmt Christel Leminski den Betrieb ihrer Eltern.

Aus der kleinen Bäckerei am Lindenplatz ist ein Unternehmen mit 17 Mitarbeitern und zwei weiteren Filialen am Erikaweg und an der Schubertstraße geworden. Eine große Konkurrenz sind die Backshops, die vielen Traditionsbäckereien zu schaffen machen. Die Bäckerei Knelange kann aber auf ihre Stammkunden zählen.

„Wir werden die Bäckerei noch einige Jahre betreiben“, verspricht Christel Liminski. Die beiden Töchter, Jahrgänge 1991 und 1993, werden die Bäckerei aber nicht übernehmen. „Wir werden irgendwann auf Nachfolgersuche gehen – jetzt ist es dafür aber noch zu früh“, erklärt Christel Leminski.

Wer am Freitag und Samstag in der Bäckerei einkauft und auf der Quittung im Endbetrag eine 60 hat, erhält laut Christel Leminski ein kleines Geschenk. „Jeder Kunde kann darüber hinaus an unserer Tombola teilnehmen“, sagt sie.

Wer mehr über das Jubiläum, die Bäckerei und die Möglichkeit, dort Kindergeburtstage zu feiern, erfahren möchte, kann die Seite www.knelange.com aufrufen.