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Azubi der Stadtwerke Hilden kämpft gegen Blutkrebs

Hilden : Zooey findet ins Leben zurück

Mehr als drei Monate sind seit der Knochenmarkstransplantation vergangen. Zooey Leisner hat jetzt erstmals seit seiner Erkrankung seine Kollegen bei den Stadtwerken Hilden besucht.

Zooey Leisner lebt – und das ist für ihn, seine Familie und seine Kollegen bei den Stadtwerken Hilden die schönste Nachricht des Jahres. Im Februar hatte der Azubi die Diagnose Leukämie erhalten. Seine Kollegen organisierten daraufhin eine Typisierungsaktion, bei der 500 Hildener eine Speichelprobe abgaben. Zwar war darunter kein passender Spender für Zooey, dennoch gab es in der Datenbank drei Treffer. Im Sommer transplantierten Ärzte die Stammzellen. Seitdem sind rund drei Monate vergangen. Und Zooey kann langsam die Medikamente herunterfahren.

„Ein bisschen stolz bin ich schon darauf, dass ich das geschafft habe“, sagt er vor kurzem bei einem Besuch bei seinen Kollegen in Hilden. „Ich war viel zu lange im Krankenhaus“, sagt Zooey. Anfang September entließen ihn die Mediziner der Düsseldorfer Uniklinik. Seine Eltern, seine Verlobte, seine Schwester und viele Freunde unterstützen ihn seitdem zu Hause wo es nur geht. Dort wird er zudem ambulant weiter betreut. Blutwerte werden überwacht und Medikamente nach und nach reduziert. Drei Mal die Woche steht Physiotherapie auf dem Plan.

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Momentan ist Zooey noch auf den Rollstuhl angewiesen. Zu geschwächt ist sein Körper nach dem langen Liegen. Selbstständig stehen und die ersten Schritte gehen, das wäre super. „Aber da geht nix von heute auf morgen“, meint er. Langsam tastet er sich an eine normale Belastung heran, im kommenden Jahr startet seine Reha. Bis dahin soll auch sein Immunsystem wieder stabil sein. Momentan trägt Zooey vorsichtshalber einen Mundschutz.

Die Transplantation beschreibt Zooey als „echt heftig“. Sein Spender hatte eine mehr als 90-prozentige Übereinstimmung der relevanten Merkmale, was die Nebenwirkungen abmilderte. Trotzdem brauchte der Stadtwerke-Azubi viele Medikamente, um das Immunsystem herunterzufahren, und starke Schmerzmittel.

Es sind bereits 9,1 Millionen Menschen in der Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) gespeichert. Weltweit sind es etwa 35 Millionen. „Neun von zehn Patienten finden einen passenden Stammzellenspender“, sagt Clara Bigalke von der DKMS. Da es bei einer Stammzellenspende um etliche Faktoren geht, die passen müssen, ist es nicht ganz so einfach, einen Spender zu finden. Daher ist das zentrale Register weltweit vernetzt und sucht alle Dateien auf der ganzen Welt nach passenden Spendern ab. Inzwischen ist es sehr einfach geworden, sich registrieren zu lassen (siehe Infokasten). „Man muss zwischen 17 und 55 Jahre alt sein, darf nicht unter 50 Kilo wiegen und keinen BMI über 40 haben“, zählt Bigalke auf. Außerdem dürfen natürlich keine Krankheiten vorliegen, die entweder den Spender oder den Empfänger gefährden könnten. Zur Registrierung wird auch kein Blut mehr abgenommen. Es reicht, eine Speichelprobe abzugeben.

Dankbar ist Zooey für die Unterstützung seiner Kollegen, die die Typisierungsaktion auf die Beine gestellt und betreut haben, und der Hildener, die sich haben typisieren lassen. „Das hat mir einen echt guten Schub gegeben“, erklärt er. „Mir und auch meinen Eltern hat das sehr viel gegeben.“

Zooey war bei den Stadtwerken im dritten Lehrjahr zum Anlagenmechaniker für Versorgungstechnik. Um seinen Ausbildungsvertrag muss er sich nicht sorgen, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Hans-Ullrich Schneider: „Sobald er dazu wieder in der Lage ist, kann er mit der Ausbildung weitermachen.“