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Hilden: Auswärtige Schüler werden auch künftig genommen

Hilden : Auswärtige Schüler werden auch künftig genommen

Rund 1.600 Schüler von außerhalb gehen in Düsseldorf zur Schule; etwa 800 sind Gymnasiasten, 200 sind Gesamtschüler, so Schuldezernent Burkhard Hintzsche. Bis 2017 erwartet die Landeshauptstadt 4000 Schüler zusätzlich. Dafür muss Düsseldorf Millionen Euro investieren. Deshalb wird im Stadtrat über einen Aufnahmestopp für auswärtige Schüler diskutiert.

In Hilden sei das kein Thema, obwohl es hier besonders viele Schüler von außerhalb gibt, erläutert Schuldezernent Reinhard Gatzke. Düsseldorf sei stark gewachsen und haben gut zehn Prozent mehr Einwohner: "Das ist eine besondere Situation. Dass über einen Aufnahmestopp für auswärtige Schüler nachgedacht wird, ist dort nachvollziehbar."

In Hilden gibt es - gemessen an der Größe der Stadt - viele Ersatzschulen: die katholische Theresienschule, die auslaufende evangelische Wilhelmine-Fliedner-Realschule, das evangelische Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, die Freie Christliche Grundschule sowie das Berufskolleg des Kreises Mettmann (2569 Schüler). Die Hälfte der Schulplätze in der Stadt wird von den Kirchen angeboten - eine einmalige Situation in Nordrhein-Westfalen.

Die katholische Mädchenrealschule (641 Schülerinnen) besuchen nur 239 Hildenerinnen, der Großteil ist von außerhalb. Die evangelische Fliedner-Realschule (687) hat 511 Schüler aus Hilden aufgenommen. Am evangelischen Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (1037) werden 737 Schüler aus Hilden unterrichtet. Zum Vergleich: Das städtische Helmholtz-Gymnasium hat 930 Schüler, die Sekundarschule 102, die (auslaufende) Heuss-Hauptschule aktuell 151. Die Bettine-von-Armin-Gesamtschule Langenfeld-Hilden (1318) wird gemeinsam von beiden Städten getragen und von 384 Hildenern besucht. Die Freie Christliche Grundschule hat 168 Schülern, von denen nur 32 aus Hilden stammen.

Die Stadt Hilden hat sich mit der Evangelischen Landeskirche (sie ist der Träger des Evangelischen Schulzentrums) gerade erst über eine Neuverteilung der finanziellen Lasten geeinigt. Bisher betrug der Zuschuss der Stadt 26 000 Euro. Die Landeskirche hatte darauf gedrungen, dass sich die Stadt Hilden stärker an den Kosten beteiligen muss, wenn sie "ihre" Kinder weiterhin an den kirchlichen Schulen unterbringen wolle. Die Stadt zahlt der Evangelischen Landeskirche jetzt 141.000 Euro jährlich (ab 2015). Dafür werden weiterhin vorrangig und vorwiegend Schüler aus Hilden aufgenommen. Die Evangelische Kirche im Rheinland muss 20 Millionen Euro in ihrem Etat einsparen; das Internat an der Gerresheimer Straße wird unter anderem deswegen aufgegeben. Der Schulstandort Hilden sei nicht gefährdet, heißt es.

Für die Stadt rechnet sich der Vertrag folgendermaßen: Heruntergebrochen auf die Zahl der Hildener Schüler, ergibt sich ein Pro-Kopf-Zuschuss von 112,25 Euro jährlich. Der Eigenanteil, den die Evangelische Landeskirche als Schulträger laut Landeschulgesetz aufbringen muss, liegt bei insgesamt 565.785 Euro für die beiden evangelischen Schulen in Hilden.

(RP)