Hilden: Ausstieg aus der Seifenoper

Hilden: Ausstieg aus der Seifenoper

Am Montag heißt es für "Verbotene-Liebe"-Fans Abschied nehmen von Andreas Jancke. Über seinen Ausstieg aus der Serie und neue Pläne plauderte der 31-Jährige mit der RP in einem Café seiner Heimatstadt Hilden.

Etwas irritiert blickt Andreas Jancke zum Sparkassen-Neubau. "In Hilden hat sich so viel verändert", sagt der 31-Jährige. Erinnerungen an seine Kindheit in der Itterstadt werden wieder in ihm wach. Und dann muss er lachen. "Meine Kundenberaterin von damals dürfte sich freuen. Ich hab mein Konto bis heute bei der Sparkasse." Besonders oft kommt Jancke nicht mehr zurück an seinen Geburtsort. Der Schauspieler lebt derzeit in Köln.

Am 18. Dezember vergangenen Jahres stand er zum letzten Mal als smarter Gregor Mann vor der Kamera. Das Kapitel "Verbotene Liebe", die beliebte Seifenoper im Ersten, endete für Jancke auf eigenen Wunsch. Als Callboy finanzierte sich seine Filmfigur einen Traum und wurde Hubschrauberpilot, danach Kneipenbesitzer und schließlich gar Prinzgemahl. Gregor und seine Herzdame Luise (Mascha Müller) übernehmen nun den verwaisten Fürstenthron von Waldensteyck — und verschwinden damit von der Bild(schirm)fläche.

Wenn Jancke an seine Schulzeit denkt, fällt ihm sofort das Holterhöfchen ein: "Da gab es so manchen kleinen Skandal und durchgemachte Nächte." Auch sonst blickt er gern zurück. Als Schwimmer und Basketballer war er erfolgreich: "Zweimal sind wir mit dem SV Ost sogar Kreismeister geworden. Und dann waren da die Fahrten mit Bus oder Fahrrad zum Kalstert. Das zieht sich, wenn man im Norden wohnt", sagt Jancke.

Als Jugendlicher jobbte er in der Stadthalle, in einer Metzgerei und als Briefträger. "Einen Berufswunsch hatte ich nicht, dafür großes Interesse an den Medien. Aber nach fast fünf Jahren als Schauspieler bin ich, um ehrlich zu sein, immer noch nicht da angekommen, wo ich hin will." Während seines Studiums drehte er mit Kommilitonen seinen ersten Film, verschickte auf gut Glück ein Demoband und wurde von der Produktionsgesellschaft der "Verbotenen Liebe" zweimal zum Vorsprechen eingeflogen. Eine Rolle erhielt er nicht.

"Ich habe mit 24 Jahren einen Job bei BMW angenommen. Eine Perspektive habe ich dort damals für mich aber nicht gesehen", gesteht der Wahl-Kölner. Eine Anfrage und eine Vertragsverhandlung am Telefon später stieg er dann doch als ungelernter Schauspieler bei der Seifenoper ein, die Fans und Darsteller nur kurz VL nennen. "Das war bis jetzt die Station in meinem Leben, bei der ich es am längsten ausgehalten, oder besser, durchgehalten habe", stellt Jancke fest.

Denn bereits nach drei Jahren registrierte er den persönlichen Stillstand. "Es war ein hochprofessionelles Arbeiten, ich habe viel gelernt, kann heute halbwegs überzeugend spielen", sagt Jancke. "Aber die letzten Monate machten keinen Spaß mehr." Er habe sich nie als der "Womanizer" gefühlt, als der er besetzt wurde. Auch humorvolle Szenen fehlten ihm. "Ich fühlte mich vom Kitsch erdrückt."

Bis heute sind für den 31-Jährigen einige Erlebnisse surreal: sein erstes Autogramm, Begleitschutz bei öffentlichen Auftritten, der erste Filmkuss, die erste Bettszene. "Kurios ist, dass ich einen Hubschrauberpiloten spielte, selber aber in fünf Jahren höchstens 30 Sekunden in der Luft war", erzählt er. Zukünftig will er weiter als Schauspieler, aber auch als Moderator arbeiten. "Derzeit arbeite ich unter anderem an einem neuartigen Automagazin namens Temporama. Neue Wege zu gehen, das ist es, was mich antreibt."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Renee Weibel - die schöne Unbekannte aus Verbotene Liebe

(RP)