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Hilden: Ausstellung im H 6: Kunst und Natur im Einklang

Hilden : Ausstellung im H 6: Kunst und Natur im Einklang

Die Atmosphäre eines Naturgartens verbindet sich in der aktuellen Gartenausstellung vom H6 mit viel schöpferischer Kraft. Sonne, laue Lüftchen und feine musikalische Klänge bilden die ideale Choreographie für Skulpturen, Objekte und Malerei. Kräuterbeete, Büsche, Stauden, dicht belaubte Bäume umschließen oder geben den Blick frei auf Realistisches, Experimentelles, auf wuchtige oder leise Kunstwerke.

Dazu gehört, die schmucke, auf Tischen behutsam arrangierte Raku-Keramik, nach japanischer Tradition geformt und gebrannt. Die strenge Formation "Konzil", sanft geschwungener Beton-Figuren von Carola Eggeling lassen der Fantasie ebenso viel Raum, wie Ute Alkenings "Fenster" Installation. In einem morschen Holzbalken entdeckt man hinter winzigen Fenstern verwitterte Fotografien und goldene Figürchen. Der Reiz der Ausstellung liegt im Wechselspiel zwischen Kunst und Natur. Da erhebt sich zwischen wild wuchernder Kamille Tom Brengers schlicht modelliertes "Stillleben" und daneben fällt die Ölbild-Galerie zartfarbiger Naturimpressionen der Gastkünstler Dimitri und Irena Kulikov auf. Zu den Hinguckern zählt Peter Amanns "Vogel" mit der spitzbübischen Konstruktion eines riesigen Stahlschnabels und Schwanzes rund um eine Wäschetrommel. Im Dialog dazu hocken im Gras, in knalligen Leuchtfarben-Pigmenten bemalte Samen-Objekte von Ute Augustin-Kaiser. Etwas weiter geben zierliche Gestalten auf hohem Sockel rund um eine Papp-Form Rätsel auf. Laut ihres Schöpfers Gerd von Piwkowski symbolisieren sie das allgegenwärtige Burnout-Problem. Ein anderes Kaliber verbirgt sich in einer Gartennische mitten dichten Efeus – Wolfgang Sondermanns fünf originelle, aus Holz geschnitzte, in weiß und blau kolorierte "Blaumänner".

Schmunzel-Objekte gibt es zur Genüge, wie Hans-Ulrich Pranges erheiternde Airbrush-Bilder von Suomi-Ringern. Erst auf den zweiten Blick sieht man dagegen die von Frauenmantel-Kräutern gerahmte fragile, sanft geformte Mutter-Skulptur von Rosemarie Enxing-Pigan. Die jüngsten Besucher amüsieren sich über den vier Meter langen "Hai im Schafspelz". Hubertus Knopf und Uwe Schorn haben bei dem imposanten Objekt nur so gesprüht vor Einfällen.

(nea)