Hilden: Aus für Zahnklinik

Hilden : Aus für Zahnklinik

Die Verwaltungsgesellschaft denInvest Investment mbH ist insolvent. Die Praxis denecke zahnmedizin ist nach Auskunft des Firmenanwalts nicht betroffen. Die Stadt Hilden will ihr Grundstück in der Giesenheide zurückhaben.

Im Gewerbegebiet Nord (Giesenheide) wollten Daniel und Eva Denecke die nach ihren Angaben zweitgrößte Praxiszahnklinik Europas bauen. Dieser Traum ist offenbar geplatzt.

Die verlassene Baustelle in der Giesenheide. Foto: ola

Das Amtsgericht Düsseldorf hat am 21. Juni wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung das Insolvenzverfahren für die Verwaltungsgesellschaft denInvest Investment mbH, vertreten durch die beiden Geschäftsführer Daniel und Eva Denecke, eröffnet. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Frank Kebekus in Düsseldorf bestellt. Bis zum 1. August haben Gläubiger Zeit, ihre Forderungen geltend zu machen.

Offene Forderungen

Rechtsanwalt Michael Rellmann, Vertreter der denInvest Investment GmbH & Co. KG (Gesellschafterin ist die insolvente Verwaltungsgesellschaft denInvest Investment mbH) wollte zu den Hintergründen der Insolvenz gestern nichts sagen: "Es handelt sich um ein laufendes Verfahren." Die Praxis denecke zahnmedizin sei durch das Insolvenzverfahren nicht betroffen.

Anders der Generalunternehmer, die Bauunternehmung Gustav Epple aus Stuttgart. Geschäftsführer Jürgen Schwefel hat noch offene Forderungen für Plan- und Bauleistungen in "mittlerer sechsstelliger Höhe". "Wir fühlen uns von Herrn Denecke in ganz großem Stil getäuscht", sagte Schwefel gestern unserer Zeitung. Denecke habe den Eindruck erweckt, die finanziellen Forderungen für das Projekt (Denecke selbst sprach von einem zweistelligen Millionenbetrag) jederzeit erfüllen zu können. Nach dem Ausheben der Baugrube und Arbeiten an der Bodenplatte sei vertragsgemäß eine erste Abschlagszahlung von 440 000 Euro in Rechnung gestellt worden. Diese Forderung sei nicht bezahlt worden. Auf eine Mahnung hin habe Denecke schriftlich mitgeteilt, die Firma Epple solle die Bauarbeiten sofort einstellen.

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Stadt hat ihr Geld bekommen

Die Stadt Hilden hatte Denecke für das Projekt ein 6000 Quadratmeter großes Grundstück im Gewerbegebiet Nord am Autobahnkreuz Hilden verkauft. Das Geld sei vollständig eingegangen, bestätigte gestern Wirtschaftsdezernent Norbert Danscheidt. Er bedauerte das Scheitern des Vorhabens. Die Praxiszahnklinik wäre nach Danscheidts Meinung ein Gewinn für die Stadt Hilden gewesen. Die Stadt Hilden werde sich über den Insolvenzverwalter bemühen, dass Grundstück zurückzubekommen.

Beim Verkauf sei vereinbart worden, dass das Grundstück innerhalb von drei Jahren bebaut werden muss. Nach den Gründungsarbeiten sei das Grundstück nach Auffassung der Stadt weniger wert als vorher. Danscheidt war skeptisch, ob die Stadt Hilden aus der Insolvenzmasse deshalb einen Ausgleich erhalten wird.

(RP/rl)
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