Hilden: Aus der Krise zum Erfolg

Hilden: Aus der Krise zum Erfolg

Seit über zwei Jahren hat Rolf Krebs keinen Urlaub mehr gemacht, sein Motorrad steht in der Garage. Doch die positive Bilanz gibt dem Firmengründer der Hilden Komponenten GmbH, frisch gekürter Unternehmer des Jahres 2008, Recht.

Als im Jahr 2005 die Hiobsbotschaft von der Schließung des Denison Hydraulikwerkes die Mitarbeiter des Unternehmens erreichte, sah sich Rolf Krebs ebenso wie seine Kollegen mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert. Für viele der Mitarbeiter brach eine Welt zusammen. Er hatte Angst. „Ich bin in ein emotionales Loch gefallen“, erinnert er sich.

Aus dem Schatten gelöst

Doch das Schicksal meinte es gut mit dem heute 55-Jährigen: Erst erhielt er das Angebot, die Fertigung des Konzerns im Schwarzwald aufzubauen, dann sollte er eine Zulieferfirma aufbauen helfen. Zuletzt offerierte der Stammkonzern Parker-Hannifin ihm die Leitung des Subunternehmens, das sich inzwischen aus dem Schatten gelöst und auch andere Abnehmer für seine Produkte gefunden hat. „Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern. Es war der 30. Juni 2006 um zwölf Uhr mittags, als wir beim Notar alles besiegelt haben“, sagt Rolf Krebs und schmunzelt.

Heute ist er froh über seine Entscheidung, denn sein Unternehmen entwickelt sich positiv, die ursprüngliche Skepsis ist verschwunden. „Ich habe das Angebot von Parker-Hannifin zuerst abgelehnt. Ich halte nichts davon, wenn mit einem Knall plötzlich ein Betrieb mit 25 Mitarbeitern vorhanden ist. So etwas braucht Zeit, um sich zu entwickeln“, stellt er fest.

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Anfangs verbrachte er bis zu zwölf Stunden täglich in seinem Unternehmen. Der letzte Urlaub, der länger als eine Woche dauerte, liegt mehr als drei Jahre zurück. „In der ganzen Zeit hat mich meine Familie unterstützt. Meine Frau hielt und hält mir den Rücken frei. Über wichtige Entscheidungen spreche ich immer zuerst mit ihr“, erzählt Krebs. Drei volle Tage überlegte er, ob er den Nachfolgebetrieb übernehmen soll, bedachte die Konsequenzen für die Familie, wurde sich aber auch der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern bewusst. „Es ist und bleibt eine interessante, neue Aufgabe. Ich bin stolz auf den Erfolg des Unternehmens und auf das gute Betriebsklima. Alles steht und fällt mit den Mitarbeitern“, sagt der gelernte Werkzeugmachermeister.

Nach der Lektüre diskutieren

Seine Freizeit verbringt er gerne im Garten, und Krebs lässt sich auch nicht sein Lauftraining am Wochenende nehmen. Sein Motorrad in der Garage erntet regelmäßig sehnsüchtige Blicke. Außerdem engagiert er sich im Aufsichtsrat des Bauvereins. Und er freut sich jeden Abend darauf, in Ruhe die Zeitung zu lesen: „Danach kann ich herrlich mit meiner Frau diskutieren.“

(RP)
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