Haan: Auf Spielbergs Spuren

Haan : Auf Spielbergs Spuren

Porträt Der Haaner Stefan Wilke hat ein Faible für Actionfilme. Eine TV-Serie ließ ihn vor einigen Jahren selbst zum Camcorder greifen. Derzeit plant er seinen neuesten Kurzfilm – inklusive Explosion und Autostunts.

Wenn Stefan Wilke von seiner Lieblingsserie spricht, beginnen seinen Augen zu leuchten. Es berichtet von Stunts und Explosionen, Verfolgungsjagden und den beiden Hauptfiguren, die als Team unschlagbar sind. Die Serie „Alarm für Cobra 11“ faszinierte ihn von Anfang an – und bescherte ihm ein neues Hobby. „Wenn ich heute meine ersten filmischen Gehversuche sehe, muss ich sagen, das war Trash“, stellt der 24-jährige Haaner schonungslos fest. Doch vom Drehen brachte ihn das nicht ab. Im Gegenteil: Inzwischen arbeitet er am vierten Teil seiner eigenen Kurzfilmserie namens „Mission: MTA“. Dieser Teil soll es in sich haben – mit Autostunts und einem explodierenden Gebäude.

Gelände von der Bahn gemietet

„Ich stehe in Kontakt mit der Deutschen Flugsicherung, denn das Gelände, auf dem ich Ende August drehe, liegt neben dem Düsseldorfer Flughafen. Mit der Explosion greife ich in den Flugverkehr ein“, sagt Wilke ohne mit der Wimper zu zucken. Das Gelände, das er von der Deutschen Bahn angemietet hat, ist so groß wie ein Fußballfeld und bietet „perfekte Bedingungen für die Verfolgungsjagd, die ich plane“. Den Wagen, der den Dreh wohl nicht überleben wird, stellt ihm ein Schrotthändler zur Verfügung. Ein alter Schuppen wird effektvoll in die Luft fliegen.

Spot über ein Hollandrad

Wilke fing 1996 Feuer für die TV-Serie, besuchte etliche Male die Sets in der Region, knüpfte Kontakte zu den Darstellern und der Filmcrew. „Während andere Fans sich um die Schauspieler scharen, ging es mir nur um die Special Effects und die Stunts“, erinnert er sich. Im Herbst 2002 besuchte er auf der gesperrten A540 bei Grevenbroich das erste Mal einen Drehort. Dort machte er Fotos und Videos von den Action-Sequenzen.

Doch irgendwann genügte ihm das nicht mehr. Er entwickelte eigene Ideen. In den Osterferien 2003 drehte er einen 20 Sekunden langen Spot über sein Hollandrad und bearbeitete das Material am Computer nach, um den 180-Grad-Effekt aus dem Kinofilm „Matrix“ zu imitieren. Es folgten zwei weitere Kurzfilme über sein Rad mit immer ausgeklügelteren Tricks. Im Jahr 2006 hielt er die Autofahrt mit einem Berufsschulfreund zur LAN-Party „Massive Team Attack“ filmisch fest – und legte damit den Grundstein für die Serie „Mission: MTA“. Der erste und zweite Teil dauerten bereits je neun, der dritte über 20 Minuten. „Der vierte Teil soll ein Knaller werden. Ich versuche stets, mich noch zu steigern“, stellt der 24-Jährige fest. Eine Dreiviertelstunde wird der neue Streifen wohl dauern, dessen Vorgänger in Wilkes Freundeskreis bereits Kultstatus genießen und auch im Internet bei Youtube zu sehen sind. Über das Budget für das ungewöhnliche Projekt schweigt er sich aus: „Alles, was mein Konto hergibt.“

(RP)
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