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Arbeiten an Häusern am Hildener Brahmsweg sorgen für Unruhe

Arbeiten an Bundesimmobilien : Unruhe am Brahmsweg

Im Musikantenviertel rund um den Brahmsweg werden momentan Häuser hergerichtet. Vor einigen Jahren gab es dort Ärger, als der Bund mehrere Immobilien für Flüchtlinge zur Verfügung stellte. Hildener fühlten sich übergangen, weil sie die Gebäude nicht kaufen konnten.

Zwei Jahre ist es her, dass Flüchtlinge in die Bundesimmobilien an der Silcherstraße und am Brahmsweg eingezogen sind. Nach anfänglicher Skepsis sowie Kritik an Stadt und Bund, die Häuser Asylbewerbern zur Verfügung zu stellen und nicht an interessierte Hildener zu verkaufen, ist es um das Musikantenviertel ruhig geworden. Auf einem Nachbarschaftsfest im Oktober 2018 haben sich die alteingesessenen und die neuen Nachbarn kennengelernt.

Doch jetzt lässt der Eigentümer der Häuser, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), zwei Gebäude herrichten. Und das lässt die Anwohner aufhorchen, denn sie befürchten, dass die Häuser erneut für Flüchtlinge hergerichtet werden und Hildener erneut übergangen werden. „Es gibt genug Interessenten, und die Stadt Hilden sollte jetzt endlich etwas für ihre langjährigen Bürger tun“, schreibt uns eine Leserin. Sie fragt, was denn mit den beiden Immobilien am Brahmsweg 12 und 20 passiere. „Damals hieß es, das maximal fünf Häuser belegt werden um eine Ghetto-Bildung zu vermeiden?!“

Die Stadt Hilden mietet seit zwei Jahren fünf Reihenhäuser in der Silcherstraße und im Brahmsweg. Die Verträge mit der Bima sind laut Stadt unbefristet, mit einer gegenseitigen Kündigungszeit von drei Monaten zum Quartalsende. In den Häusern habe das Amt für Soziales, Integration und Wohnen Notunterkünfte für Flüchtlinge eingerichtet. In jedem Haus können jeweils bis zu zehn Personen wohnen. „In den Unterkünften im Musikantenviertel bringen wir vor allem Menschen unter, die eine gute Aussicht auf ein Bleiberecht haben“, erklärt Amtsleiterin Marie-Thérèse Barbezat-Rosdeck. „Dort können sie sich in ein bestehendes Wohnumfeld integrieren und schnell in Hilden ankommen. Deshalb wollen wir die Häuser so lange nutzen, wie der Bund uns das ermöglicht.“ Vergleichbare Alternativen seien in Hilden aufgrund der Wohnungsknappheit rar.

Offenbar bekunden viele Menschen ihr Interesse an den Häusern am Brahmsweg, und das schon seit Jahren. „Ein Bekannter von mir hat letzte Woche bei der Bima angerufen – ihm wurde gesagt, die Häuser müssten für Asylbewerber freigehalten werden. Die Aussage der Bima, dass die Häuser aus Mangel an Interesse nicht zu verkaufen sind, ist schlicht gelogen“, schreibt eine Leserin.

„Zwischen 2011 und 2013 hat die Bima insgesamt fünf Häuser an der Silcherstraße verkauft. 2014 verlief eine Marktabfrage für das Haus Brahmsweg 21 ergebnislos. Danach standen aufgrund der Prüfung des Bedarfes der Stadt Hilden zur Unterbringung von Asylbegehrenden und Flüchtlingen keine freien Häuser in der Siedlung Brahmsweg/Silcherstraße mehr zum Verkauf“, erklärt ein Sprecher der Bundesanstalt.

2018 habe die Bima dann entschieden, in Hilden alle Wohnhäuser zu behalten und wieder einer Vermietung zuzuführen. Das heißt: „Kaufinteressenten gibt es für leerstehende Wohnhäuser in Hilden nach wie vor – jedoch werden die Häuser nicht verkauft. Die beiden Immobilien am Brahmsweg 12 und 20 richtet die Bundesanstalt momentan für Bundesbeschäftigte her, die diese Gebäude dann mieten können. Im Rahmen der Wohnraumoffensive 2018 hat sich der Bund verpflichtet, das Wohnraumangebot für Bundesbeschäftigte zu optimieren“, erklärt der Sprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.