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Antonia Bertulies leitet jetzt das Hildener Stadtarchiv

Hilden : Antonia Bertulies leitet Stadtarchiv

Im zweiten Anlauf hat es geklappt. Das Stadtarchiv hat seit dem 1. März eine neue Teamleitung. Antonia Bertulies lebt seit zwei Jahren mit ihrer Familie in Hilden und freut sich auf ihre neue Aufgabe.

„Die intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte meiner Heimatstadt, deren Zugänglichmachung und Vermittlung ist für mich Beruf und Berufung zugleich.“ Die Germanistin und Editionswissenschaftlerin studiert momentan berufsbegleitend Archivwissenschaften an der Fachhochschule Potsdam und war zuletzt als Projektkoordinatorin und Kundenbetreuerin für die Langzeitarchivlösung DiPS.kommunal beim Archivamt des Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster tätig. Zuvor hat sie mehrere Jahre im Universitätsarchiv Düsseldorf gearbeitet. Archive sind für Antonia Bertulies Wissensspeicher, Informationseinrichtungen und Dienstleister. Zunächst will sie sich mit der Planung einer Digital-Strategie für das Stadtarchiv beschäftigen, also der Digitalisierung analogen Archivguts, der Einführung eines digitalen Langzeitarchivsystems sowie eines Dokumentenmanagementsystems.

Außerdem sei es ihr wichtig,  die archivpädagogischen und historischen Bildungsangebote in Hilden auszubauen. „Die Kooperation mit den Hildener Bildungseinrichtungen sehe ich als große Chance. Junge Menschen als zukünftige NutzerInnen und Mitarbeitende für das Archivwesen zu gewinnen ist eine in den letzten Jahren immer wichtiger gewordene Aufgabe für alle Archivare“, betont die neue Stadtarchivarin. Die Teamleitung (eine unbefristete 30-Stunden-Stelle) war die vergangenen sechs Monate nicht besetzt. Und davor weitere acht Monate nicht. Hintergrund: Am 1. Mai 2020 hatte Dr. Nina Mendrychowski (38) die Leitung des Stadtarchivs übernommen, nachdem ihr Vorgänger Dr. Wolfgang Antweiler acht Monte zuvor in den Ruhestand gegangen war. Die Freude darüber im Rathaus währte allerdings nur kurz Nach nur 3,5 Monaten kündigte Mendrychowski bereits wieder – noch in der Probezeit.  Sie hatte eine Stelle im größeren Stadtarchiv Essen angenommen.  Sie habe sich parallel auf beide Stellen beworben und Corona-bedingt die Zusage der Stadt Essen leider erst sehr viel später erhalten, erklärt die promovierte Archivarin. Der Job in Essen sei von Anfang an ihre erste Wahl gewesen, weil ein Archiv dieser Größe ganz andere Möglichkeiten bei Ausstattung und Teamgröße habe als das kleine Hildener Stadtarchiv. Das Stadtarchiv ist verpflichtet, wichtige Unterlagen der Stadt zu verwahren: Geburts- und Sterberegister, Rats- und Verwaltungsunterlagen. Außerdem werden alle Informationen archiviert, die Auskunft darüber geben, was in der Stadt passiert: Lokal-, Kirchen- und Vereinszeitungen. Als Dienstleister hat das Archiv eine Präsensbibliothek mit Infos zur Lokal- und Regionalgeschichte. Adresse: Gerresheimer Straße 20a, Tel. 02103 72-354, -351.