Hilden: Anleinpflicht beschäftigt Politik

Hilden : Anleinpflicht beschäftigt Politik

Die Ratsfraktionen haben sich noch keine Meinung gebildet, welche Konsequenzen aus dem Erfahrungsbericht der Verwaltung zu ziehen sind. Der Beigeordnete kann sich vorstellen, Hunde auf dem Flugplatz zu tolerieren.

Die zum April 2010 eingeführte Anleinpflicht im Hildener Stadtwald wird von den Haltern weitgehend ignoriert, stellt die Verwaltung in einem Bericht für den am 9. Februar tagenden Umweltausschuss fest. Viele RP-Leser haben sich daraufhin zu Wort gemeldet. So weit ist die Politik noch nicht. Man müsse das schwierige Thema in den Fraktionen erst noch beraten, hieß es gestern auf Nachfrage unserer Zeitung.

Gegen Einzäunung: Ralf Bommermann (dUH). Foto: ola

Er wolle die beschlossene Anleinpflicht nicht in Frage stellen, sagte Prof. Dr. Ralf Bommermann, Vorsitzender der Unabhängigen, in einer persönlichen Stellungnahme. Den Flugplatz einzuzäunen, sei zu teuer. Er schlug vor, das Flugplatzgelände probeweise für ein Jahr als Hundeauslauf freizugeben — "vorausgesetzt, es gibt keine rechtlichen Probleme mit dem Landschaftsschutz". Hundehalter müssten die Möglichkeit haben, ihren Tieren artgerechten Auslauf zu bieten.

Keine zweite Hundewiese: Christina Krasemann-Sharma (BA/CDf). Foto: Priv

"Wenn man eine Anleinpflicht ausspricht, muss man dies auch durchsetzen", fasste Dr. Heimo Haupt, Vorsitzender der Freien Liberalen, seine eigene Meinung zusammen. Der Ordnungsdienst müsse mehr im Stadtwald präsent sein. Das Bußgeld für einen Verstoß gegen die Anleinpflicht sei mit zehn Euro viel zu niedrig.

Anleinpflicht durchsetzen: FL-Vorsitzender Heimo Haupt. Foto: Privat

Die FDP habe sich für eine Anleinpflicht ausgesprochen, erläuterte stellvertretende Fraktionsvorsitzende Martina Reuter ihre persönliche Einschätzung: "Dann sollte sie auch im Stadtwald gelten." Man sollte an die Vernunft der Hundehalter appellieren — "aber vielleicht auch mehr kontrollieren". Mit einer zusätzlichen probeweisen Hundewiese auf dem Flugplatzgelände könne sie sich anfreunden: "Der Bedarf ist da."

Für Einzäunung: Marion Buschmann, CDU-Fraktionschefin. Foto: ati

Dr. Christina Krasemann-Sharma, Fraktionsvorsitzende der BA/CDf, sprach sich gegen eine weitere Hundewiese aus: "Die Stadt sollte überlegen, wie sie das Gelände ökologisch nutzt." Der Flugplatz sollte Erholungssuchenden offen stehen, aber nicht für Hunde freigegeben werden. Die Anleinpflicht sei "absolut richtig". Man müsse sehen, ob sie mit mehr Kontrollen durchzusetzen sei. Kontrollen seien zu teuer, meint dagegen Birgit Alkenings, Fraktionschefin der SPD: "Wir können nur an die Leute appellieren."

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Marion Buschmann sprach sich persönlich für eine zweite Hundewiese auf einem Teil des Segelflugplatzes aus. Das Hunde-Areal müsse abgezäunt werden und eine Schleuse erhalten: "In Köln und Langenfeld funktioniert das gut." Die Einzäunung des Flugplatzes (44 000 Quadratmeter) würde mindestens 30 000 Euro kosten, schätzt Erster Beigeordneter Norbert Danscheidt. Er könnte sich vorstellen, Hunde dort zu tolerieren, wenn es keine Probleme mit dem Naturschutz und anderen Nutzern gebe: "Im Stadtwald brennt es stärker."

(RP/anch)