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Hilden: "amnesty" stellt sich vor

Hilden : "amnesty" stellt sich vor

Die Ortsgruppe Hilden-Haan-Düsseldorf Süd zeigt in der Stadtbücherei eine Ausstellung zum 50-jährigen Bestehen der Menschenrechtsorganisation. Zum Jubiläum sind auch Bilder aus dem Helmholtz-Gymnasium zu sehen.

"Stark und mutig gegen das Unrecht vorgehen." Diesen Satz des Gründers von "amnesty international" haben sich auch die Mitglieder der Ortsgruppe Hilden-Haan-Düsseldorf Süd auf die Fahnen geschrieben. Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Menschenrechtsorganisation eröffnete die Ortsgruppe gestern in der Stadtbücherei eine Ausstellung, mit der die vielfältige Arbeit von "amnesty" dokumentiert wird. "Hier ist der richtige Ort, denn eine solche Information gehört zu unseren Aufgaben", sagte Claudia Büchel, Leiterin der Stadtbücherei.

Briefe an die Mächtigen

"Wir wollen zeigen, wie amnesty als Gefangenenorganisation angefangen hat und heute auf vielen Feldern im Interesse der Menschenrechte unterwegs ist", sagte Rüdiger Müller, Sprecher der Ortsgruppe. Zu sehen sind aber nicht nur große Plakate gegen Todesstrafe oder Kindersoldaten, sondern auch Arbeiten von Schülern des Helmholtz-Gymnasiums. "Unsere Lehrerin Christiane Haider hat uns auf das Thema aufmerksam gemacht und wir haben das umgesetzt", sagte Aida Bajraktarevic, die zur Ausstellung ein Bild zum Thema Frauenrechte gemalt hatte.

Lehrerin Christiane Haider ist selbst Mitglied bei der "amnesty"-Ortsgruppe. "Ich bin 1979, als ich nach Hilden kam, eingetreten. Mein Mann, der aus Indien kommt, hat der Gruppe dort einen Fall aus Pakistan vorgetragen." Darum haben sich die Menschenrechtler ebenso gekümmert wie um zahlreiche andere Fälle. "Wir schreiben Briefe an die Mächtigen der Welt. Wir sind unangenehm", sagte Hans Geißler. Er ist ebenfalls Lehrer und kam 1982 durch seine Kollegin Christiane Haider dazu.

Sprecher Rüdiger Müller macht seit dem Ende seiner Berufslaufbahn im Jahr 2000 mit. Briefe an die Mächtigen, um das Los von Gefangenen zu erleichtern ist, stehen heute nicht mehr im Mittelpunkt der Arbeit. "Wir kümmern uns schwerpunktmäßig um die Situation der Menschenrechte in Ländern wie Zimbabwe oder Tschad", berichtete Geißler.

Aber die Ortsgruppe hält auch vor Ort die Augen auf. So war es in den 80-er Jahren, als Asylbewerber nach Hilden kamen. "Wir haben Kontakt gesucht, Feste veranstaltet und Sprachunterricht vermittelt", erinnerte sich Christiane Haider. Zwar kann die Gruppe auf eine befriedigende Arbeit zurückschauen, aber Sorgen hat sie dennoch. "Es fehlt der Nachwuchs", sagte Rüdiger Müller. In Spitzenzeiten habe man 17, 18 Mitglieder gehabt, jetzt seien es nur noch zehn.

(RP)