Am Stadtpark Hilden entsteht neues Wohnquartier mit 100 Wohnungen

Hilden : Am Stadtpark entstehen mehr als 100 Wohnungen

Die Firma Brüninghaus und Drissner will ihr Betriebsgelände im Bereich Itterstraße/Neustraße/Itter aufgeben. Dort könnten mehr als 100 Wohnungen entstehen – eine Riesenchance für die Stadtentwicklung.

Brüninghaus und Drissner ist Spezialist für Umformtechnik und ein gefragter Lieferant für viele bekannte Autohersteller. Vor einigen Jahren hat eines der ältesten Familienunternehmen Hildens (1889 gegründet) eine neue Produktionsstätte an der Heinrich-Hertz-Straße errichtet.

Jetzt planen die Eigentümer, den alten Sitz an der Itterstraße aufzugeben und den Betrieb komplett an die Heinrich-Hertz-/Siemensstraße im Hildener Westen zu verlagern. Finanziert werden könnte das durch den Verkauf des alten Fabrikgeländes und eine Bebauung mit Wohnungen. Was Rat und Verwaltung davon halten, haben die Inhaber Tanja und Marc-Oliver Köhler angefragt.

Das ist eine Riesen-Chance für die Stadtentwicklung, sind sich Stadtrat und Verwaltung einig. Alle Fraktionen stimmten dem Antrag auf Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens ohne große Diskussionen zu.

Die Verwaltung bereitet einen Aufstellungsbeschluss für die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 20. November vor. Aktuell gibt es für den Bereich keinen Bebauungsplan. Und weil der Bereich als Gewerbefläche ausgewiesen ist, muss auch noch der Flächennutzungsplan geändert werden.

Das Areal ist rund 10.000 Quadratmeter groß und zum großen Teil bebaut. Es würde wiederverwertet, für Wohnungen recycelt. Das ist ein Idealfall, weil Freiflächen dadurch geschont werden. Deshalb haben alle Fraktionen kein Problem, sich hinter das Vorhaben zu stellen. Auch weil die Eigentümer deutlich machen, dass sie neben hochwertigen Wohnungen auch 30 Prozent öffentlich geförderte Wohnungen vorsehen wollen. Das ist die Bedingung, die der Hildener Stadtrat inzwischen allen Investoren/Vorhabenträgern stellt.

Architekt Christof Gemeiner aus Hilden wird einen städtebaulichen Entwurf erarbeiten. Vorgesehen sind mehr als 100 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Der Verkehr soll in Tiefgaragen untergebracht werden.

Das neue Wohnquartier grenzt an die Itter und den Stadtpark, der (und auch der Übergang zur Mittelstraße) gerade für rund 2,1 Millionen Euro wiederbelebt wird. Wenn alles klappt, übernehmen Land und Bund die Hälfte der Kosten.

Das neue Wohnviertel liegt nur wenige Gehminuten von der Innenstadt und vom S-Bahnhof Hilden entfernt. Durch das Vorhaben wird das ganze Wohngebiet zwischen zwischen Neustraße und Benrather Straße aufgewertet und positiv verändert. Das hat sich beispielsweise im Bahnhofsviertel gezeigt, nachdem die Stadt das Bahnhofsgebäude und den Vorplatz für mehrere Millionen Euro renovieren ließ.

Die Brüninghaus und Drissner GmbH übernimmt sämtliche Kosten für die Aufstellung des Bebauungsplans sowie für die notwendigen Fachgutachten. Die Koordination des Verfahrens soll – mit Einverständnis des Planungs- und Vermessungsamtes – das Planungsbüro ISR aus Haan übernehmen.

Ähnliche Projekte sind bereits in unmittelbarer Umgebung verwirklicht worden. Darauf weist Erster Beigeordneter Norbert Danscheidt in der Sitzungsvorlage hin.

Das Finanzamt Hilden beispielsweise oder die ProActiv-Versicherung (beide an der Neustraße) wurden auf dem Gelände der ehemaligen Firma Schließer und Laag, die Seniorenresidenz am Stadtpark (Hofstraße) auf dem früheren Industrie-Areal der Spindler-Werke errichtet.

Die Umnutzung innenstadtnaher Industriegrundstücke für Neues, das der Innenstadtlage besser gerecht wird, habe in Hilden eine lange Tradition, betont Danscheidt.

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