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Hilden: Am Oerkhaussee Vögel beobachten

Hilden : Am Oerkhaussee Vögel beobachten

Ab Herbst soll die Holzhütte Neandersteig-Wanderern das Beobachten von seltenen Tieren ermöglich.

Der Oerkhaussee im Hildener Süden ist ein Lebensraum für rare Tiere und Pflanzen. Der Eigentümer, der Kreis Mettmann, will dort eine Beobachtungsstation bauen, damit Besucher selten zu sehende Tiere erleben können, bestätigt Daniela Hitzemann, Pressesprecherin des Kreises Mettmann. Der See gehörte einst zu einem Kieswerk. Vor über 20 Jahren wurde der Kiesabbau eingestellt. Der Kreis kaufte das Areal und stellte es unter Naturschutz. Der See ist von dichter Vegetation umgeben und wird durch einen Zaun geschützt. Wenn der Beirat der Unteren Landschaftsbehörde am Mittwoch keine Einwände hat, könnte die einfache Holzhütte (Grundfläche drei mal fünf Meter) im Herbst errichtet werden.

Sie soll direkt an einem Weg liegen und barrierefrei sein. Tiere und Pflanzen werden durch sie nicht gestört. In der Nähe müssen drei Pappeln gefällt werden, die nicht mehr standsicher sind. Das habe aber nichts mit der Vogelbeobachtungsstation zu tun, betonte Hitzemann.

Im April hatte die Untere Landschaftsbehörde Sträucher und Bäume an der Ostseite des Sees entfernen lassen. Die Baggerarbeiten hatten bei RP-Lesern für Irritationen gesorgt. "Das Ostplateau des Sees soll eigentlich eine offene Kiesfläche sein", erläutert Ralf Göddecke von der Landschaftsbehörde. Als der Rhein noch nicht eingedeicht war, hätten die Ufer im Frühjahr fast immer so ausgesehen. Eisschollen schoben sich auf die Landfläche und pflügten sie quasi um. "Dadurch war der Boden für Frösche, Kröten und Schlangen ideal bereit", erklärt der Gartentechniker und Amphibien- und Reptilienspezialist: "Ebenso für die Flussregenpfeifer. Die Vögel legen ihre grau-brauen Eier im Kies ab, so dass sie nicht von kleinen Steinen zu unterscheiden sind und die Sonne sie in Ruhe ausbrüten kann." Der Oerkhaussee sei unter anderem Lebensraum für Tiere wie Kreuzkröte, Kleiner Teichfrosch, Blindschleiche oder Ringelnatter. Diese Reptilien und Amphibien seien wechselwarme Tiere. "Sie brauchen sonnige Böden, um sich aufzuwärmen und warme Tümpel, um darin zu laichen", berichtet Göddecke.

Der Neanderlandsteig (die 17 Einzeletappen werden bis 2014 Schritt für Schritt eröffnet) führt auch am Oerkhaussee vorbei. Die neue Aussichtsplattform soll die Wanderer auf Naturschönheiten am Wegesrand aufmerksam machen und so auch für den Naturschutz werben.

(RP)