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Hilden/Haan: Alte Kochkiste – neu entdeckt

Hilden/Haan : Alte Kochkiste – neu entdeckt

Natali Zindel aus Haan nutzt eine alte Methode, um Speisen ohne Anbrennen oder Überkochen zuzubereiten und für ihre Schulkinder warm zu halten. Und Energie kann sie damit auch noch sparen.

Strom und Gas. Alles wird teurer. Also höchste Zeit sich nach effektiven Einspar-Methoden umzusehen. Beim täglichen Kochen lässt sich mit geringem Aufwand der Energiebedarf bei bestimmten Gerichten sogar um 20 bis 30 Prozent reduzieren, vorausgesetzt man ist bereit, die Gewohnheiten etwas zu verändern.

Natali Zindel aus Haan hat die Kochkiste ausprobiert und ist vom Prinzip inzwischen überzeugt. "Kennengelernt habe ich diese Methode bei meiner Schwägerin, die bei Familienfesten die Gäste aus dem Warmhaltebehälter versorgte. Mir war zunächst nicht klar, dass die isolierte Kiste zum Kochvorgang dazugehörte, bis mir meine Schwägerin das Prinzip erklärt hat."

Die Speisen werden nur kurz gekocht und dann ohne weitere Wärmezufuhr in einem isolierten Behälter aufbewahrt. "Dazu eignen sich Kartoffeln, Möhren, Eintöpfe aller Art, alles was nach der eigentlichen Kochzeit lange garen muss", erklärt Natali Zindel. Und sie unterstreicht noch einen weiteren Vorteil: "Ich bin selbstständig. Die Kochkiste erlaubt es mir, das Essen vorzubereiten und dann so lange warm zu halten, bis die Kinder aus der Schule kommen. Kein Überkochen, kein Anbrennen, aber das Essen ist dann fertig und noch immer heiß. Das macht die Mikrowelle überflüssig."

Bei den Hildener Wohnfühltagen stellte Natali Zindel die Kochkiste vor. Mitgebracht hatte sie ein Kartoffelsüppchen, das sie bereits am frühen Morgen vorbereitet und dann bis zur Mittagszeit im isolierten Behälter warmgehalten hat. Die Besucher sind begeistert. Die Suppe hat ideale Verzehrtemperatur. "Heiß und lecker", kommentiert Goldschmied Dietmar Kürten. Besucherin Christa Hoppe erinnert sich sogar noch an das Prinzip: "Ich habe schon davon gehört, dass man früher Milchreis oder die Kochkartoffeln ins Bett gesteckt hat, um sie warmzuhalten und nachgaren zu lassen. Es ist eine schöne Idee, das wieder aufzugreifen." Bis zu zehn Stunden können die Speisen warm gehalten werden, so die Erfahrungswerte von Natali Zindel. Einige Hersteller haben das Prinzip aufgegriffen und bieten kombinierte Koch- und Isolierlösungen an. Aber auch eine Isolierbox aus Styropor, wie sie für die Partygastronomie üblich ist, erfüllt ihren Zweck. Zudem kann man den Topf – wie bereits zu Großmutters Zeiten – in eine alte Decke wickeln. Wer nun neugierig geworden ist und weitere Informationen wünscht, findet im Internet unter dem Suchbegriff "Thermokiste" man eine Vielzahl von Warmhaltebehältern. Der Suchbegriff "Kochkiste" liefert Erfahrungsberichte, Rezepte und Selbstbauanleitungen.

(anre)