Hilden: Alles unter einem Dach

Hilden: Alles unter einem Dach

Die Kindertagesstätte ist schon zu Pfingsten ins umgebaute Gemeindezentrum eingezogen. Bevor die Mitglieder der Friedenskirche am 3. Juli Einweihung feiern können, muss hier aber noch letzte Hand angelegt werden.

Bei Doris Mees geben sich die Männer an diesem Vormittag die Klinke in die Hand: Erst der Kindergarten-, dann der RP-Fotograf, zwischendurch zwei Bauarbeiter, die noch die Feuerwehr- und Rettungspläne besprechen wollen, und schließlich Pfarrer Udo Picks-haus, der mit den 70 Mädchen und Jungen der Evangelischen Kindertagesstätte eigentlich in der Friedenskirche Gottesdienst feiern wollte. Doch für diesen Termin muss ein Ersatz gefunden werden – irgendwann geht selbst der organisiertesten Kita-Leiterin mal etwas durch.

Kita-Gebäude war über 40 Jahre alt

"Seit sechs Wochen geht das jetzt so", kommentiert Mees den Trubel trocken. Doch das Ende ist nah: Der Umzug der dreigruppigen Kita von der Schumannstraße ins umgebaute Gemeindezentrum der Friedenskirche hat vor dem Pfingstwochenende stattgefunden; jetzt müssen "nur" noch das über 40 Jahre alte Gebäude vom Sperrmüll befreit und die neuen Räumlichkeiten mit den letzten Handgriffen versehen werden.

Am Umzugstag selbst hätten die Nerven bei ihr und ihren sieben Kolleginnen kurzfristig blank gelegen, gibt Mees zu: "Als der Umzugswagen schon um acht Uhr kam, die Bauabnahme für die neue Kita aber erst zwei Stunden später war."

Doch trotz des engen Zeitplans – im Herbst 2009 begannen die Bauarbeiten im und rund ums Gemeindezentrum am Molzhausweg – ist alles gut gegangen. Die Drei- bis Sechsjährigen waren nur ein bisschen traurig, dass sie nicht selbst Umzugskarton für Umzugskarton die neuen Räume in Besitz nehmen konnten. Um so wohler fühlen sie sich jetzt in den hellen, lichtdurchfluteten Räumen der Wolken-, Sonnen- und Regenbogengruppe, die unter anderem durch geschickt eingesetzte Trennwände im ehemaligen und zuletzt überdimensionierten Gemeindesaal entstanden sind.

Leonie gefällt der zum Rollenspiel einladende Nebenraum am besten: "Mit der Puppenecke – und dass wir da Schule spielen können!" Denn die Sechsjährige – die Zahnlücken verraten es – wird den neuen Kindergarten nur noch wenige Wochen nutzen können. Im Gegensatz zu Elena und Samed. Der Fünfjährige spielt am liebsten mit dem Kaufladen, während die gleichaltrige Elena gerade die Blumentöpfe auf der Terrasse begutachtet: "Guck mal, wir haben Radieschen gepflanzt!"

Rasen wird noch gesät

Den mit neuen Spielgeräten versehenen ehemaligen Gemeindegarten können die Kinder noch nicht nutzen, weil der Rasen gerade erst gesät wurde. "Wir überlegen jetzt, zumindest das Stück mit der Sandgrube für die Kinder abzutrennen", erklärt Mees – in akustisch sicherer Entfernung zum gemeinsamen Schlafraum der Wolken- und Sonnengruppe, wo im August die ersten acht Zweijährigen einziehen werden.

(RP)