Alles Liebe und Gute, Theresienschule!

Hilden : Alles Liebe und Gute, Theresienschule!

Sie ist etwas Besonderes: 100 Jahre jung und eine reine Mädchenrealschule. Das wurde gestern gefeiert. Angekündigt war Erzbischof Kardinal Woelki. Er schickte seinen Stellvertreter Weihbischof Ansgar Puff.

Es war ein großes Fest, das Schülerinnen und Kollegium innerhalb weniger Projekttage auf die Beine stellten. Der runde Geburtstag der katholischen Mädchen-Realschule war Anlass für viele Ehemalige, der alten Bildungsstätte einen Besuch abzustatten.

Buntes Treiben herrschte am frühen Nachmittag im und um das Schulgebäude: Diverse Angebote, von der fotografischen bis modischen Zeitreise in die 20er Jahre – Gründungszeit der Schule – gab es zu entdecken, sowie kulinarische Köstlichkeiten aus der guten alten Küche von damals zu probieren. Doch vor allem bot das Fest genügend Raum für ein Wiedersehen.

„Wir waren damals noch nicht in diesem Gebäude“, sagte Ursula Kischkat vom Foyer der Schule aus. „Aber das Mosaik da drüben, das stammt noch von unserer alten Schule, als sie noch am Reichshof stand. Eine Klassenkameradin hatte daran mitgearbeitet“, erinnerte sich die 74-Jährige. Zur Schule pflege sie noch eine enge Verbindung. Alle zwei Jahre komme sie mit ehemaligen Weggefährtinnen des Entlassungsjahrgangs 1961 vorbei. „Es war eine sehr schöne Zeit. Damals wurden wir noch von Nonnen unterrichtet. Wir haben viel gelernt und die Schule hatte damals wie heute  einen sehr guten Ruf“, fasste Kischkat zusammen.

Damals war es üblich Mädchen und Jungen getrennt voneinander zu unterrichten. Heute scheint diese Praxis fremd: Heidi Weiner (Entlassungsjahrgang 1961) hätte sich zu ihrer Zeit eine gemischte Klasse gewünscht. „Ich habe schon früher gesagt, wenn ich die Wahl gehabt hätte, ich wäre nie alleine nur mit Mädchen zur Schule gegangen.“ Dass sich ihre Enkelinnen Jahrzehnte später freiwillig für diese Schule entscheiden würden, hätte sie nicht gedacht. Aber sie ist froh darüber: „Die beiden sind sehr glücklich hier, kommen gut zurecht und sind beide nach wie vor begeistert, auch ohne Jungs hier unterrichtet zu werden.“ Die ältere Enkelin steht vor ihrem Abschluss, die Jüngere besuche derzeit die achte Klasse.

Der getrennte Unterricht, sagt Stephan Martin, stellvertretender Schulleiter, habe durchaus Vorteile. Besonders deutlich sei das in den Naturwissenschaften zu sehen. „Jungs sind in der Regel etwas lauter und forscher im Unterricht.“ Viele Mädchen würden sich nicht trauen im Unterricht was zu sagen, was dazu führe, dass sie in solchen Fächern schlechter abschneiden, als ihre männlichen Mitschüler. „Aber bei uns sieht man, dass sie genauso gut sind, wenn man ihnen nur mehr Zeit einräumt.“ Natürlich gebe es auch in einer Mädchenschule Rabauken, „aber im Großen und Ganzen geht es ruhiger zu“.

Barbara Schlüter, die von 1970 bis 1976 Schülerin der Theresienschule war, machte damals den Umzug vom Reichshof in die Gerresheimer Straße mit und profitierte vom Unterricht in der Mädchenschule. „Ich war eine sehr stille Schülerin. Für mich war es gut, nur unter Mädchen zu sein. Ich habe mich immer sehr gut angenommen gefühlt.“ Nonnen gab es zu ihrer Zeit dann aber so gut wie keine mehr. Auch ihre Tochter besuchte die Schule und nun ist ihre 14-jährige Enkelin Theresienschülerin.

Mia (14) aus Leverkusen entschied sich vor drei Jahren bewusst für die Mädchen-Realschule: „Ich finde es angenehmer. Man ist offener miteinander und traut sich auch im Unterricht mehr zu.“

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