Allergie-Mobil war zu Besuch in Hilden

Hilden: Allergie-Mobil berät Hildener

Viele Passanten hörten zu oder nahmen sich Info-Material mit.

„Ich habe ein tränendes Auge. Ist das jetzt eine Allergie?“ will eine Frau wissen. Eine andere bleibt stehen, weil sie sich vom Allergie-Berater Tipps zur Behandlung ihrer Schuppenflechte erhofft.

Dumm nur: Die Schuppenflechte ist keine Allergie - und ob die Dame mit dem „Leck-Auge“, wie sie selbst sagt, eine Allergie hat, kann nur ein Facharzt und ein Test klären. Frederik Spinner, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Allergie- und Asthmabunds (DAAB) führt solche Gespräche täglich.

Die beiden Allergie-Mobile des Vereins touren durch Deutschland und absolvieren 250 Termine pro Jahr. Sie bieten Rat und Informationen zu Allergien, Asthma und Neurodermitis. Spinner bietet außerdem eine kostenlose Lungenfunktionsmessung sowie Ratgeber, Zeitschriften und weitere Informationen zu den Themen an.

  • Ratingen : Allergien: Frühzeitig zum Arzt gehen

Auf der Hitliste der Nachfragen rangieren derzeit „Pollen, Insektenstiche und Sonnenallergie ganz oben, gefolgt von den Klassikern Lebensmittelallergie und Ernährung“, hat Spinner beobachtet. Das Informationsbedürfnis in der Bevölkerung ist groß, denn immer mehr Menschen leiden unter Unverträglichkeiten und entwickeln Allergien auf Pollen, Nahrungsmittel, Hausstaubmilben oder Duftstoffe, bekommen Asthma oder Neurodermitis und reagieren allergisch auf Laktose, Fruchtzucker, Gluten und mehr. Die allergischen Beschwerden reichen von Niesattacken, tränenden und juckenden Augen sowie Husten bis hin zu Atemnot. Allergien müssen möglichst frühzeitig bekämpft werden, damit aus einem Heuschnupfen kein Asthma wird.

„Ich sehe mich als Lotse, als jemand, der die Leute motiviert, zum Facharzt zu gehen und abklären zu lassen, was ihnen wirklich fehlt“, sagt Spinner. „Die Diagnostik ist das Problem“, gibt er zu. So manch eine Lebensmittelunverträglichkeit entpuppt sich bei genauerem Hinschauen als Problem von Magen und/oder Darm oder generell von einer falschen Ernährung. „Ich rate den Leuten, ein Ernährungstagebuch zu führen“,sagt er. „Was haben sie wann gegessen und welche Reaktionen wann und wo verspürt.“ Nur so könne man der Ursache auf den Grund gehen.

Grundsätzlich sollten für die Diagnose die passenden Fachärzte aufgesucht werden: „Bei Hautproblemen der Dermatologe, bei Lungenproblemen der Pneumologe, bei Heuschnupfen der HNO-Arzt – alle immer mit der Zusatzqualifikation Allergologie – und bei Nahrungsmittellunverträglichkeiten kann durchaus auch der Ökotrophologe der richtige Ansprechpartner sein.“