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Hilden: Alle Drittklässler sollen zum Schwimmtest

Hilden : Alle Drittklässler sollen zum Schwimmtest

Obwohl alle Hildener Grundschulen Schwimmunterricht haben, lernen es nicht alle Schüler.

Schwimmen steht an allen Hildener Grundschulen auf dem Stundenplan, und die Stadt bietet über ihr Sportbüro zudem Kurse an, die immer brechend voll sind. Hilden gehört zu den vom Land geförderten Städten, die beim Schwimmprojekt "Quietschfidel" mitmachen. Es soll junge Nichtschwimmer mit dem Wasser vertraut und sie zu Schwimmern machen.

Der tödliche Badeunfall hat konkret dazu geführt, dass zum Abschluss dieses Schuljahrs noch stärker als sonst darauf geachtet wird, wie viele Kinder das "Quietschfidel-Abzeichen" machen, das während des Schulschwimmens abgenommen wird. Das berichten Lehrer. Ein Test in der dritten Klasse soll zudem verbindlich werden, viele Schüler durchlaufen ihn bereits, damit das Ziel eines Tages erreicht ist: Alle Hildener, die zur weiterführenden Schule gehen, können schwimmen.

"Wir können sagen, dass derzeit 80 Prozent unserer Viertklässler sicher im Wasser sind", sagt Claudia Ledzbor vom Sportbüro. Bleiben dennoch 20 Prozent, die es zum Ende ihrer Grundschulzeit nicht können. Dafür gibt es einige Gründe, wie Wolfgang Kamps, Leiter der Elbsee-Grundschule, beobachtet hat: "Eltern legen keinen gesteigerten Wert mehr auf Schwimmen. Sie gehen mit ihren Kindern nur noch auf Rutschen und ins Spaßbad. Das reicht natürlich nicht." Denn wie an der Elbsee-Schule haben viele in der zweiten Klasse Schulschwimmen. "Da haben manche Schüler es bis zur vierten Klasse wieder verlernt." Ein Test in den dritten Klassen mache deshalb Sinn.

Für Anne Gronemeyer, Leiterin der Ferdinand-Lieven-Förderschule, gilt ebenfalls: "Schwimmen ist eine ganz wichtige Kulturtechnik wie Lesen und Schreiben, wir achten darauf", und ähnlich sehen es auch die meisten weiterführenden Schulen. Sie bieten Schwimmen in Klasse 5 oder 6 an. Claudia Ledzbor spricht aber auch von "Angstkindern", die in der Schule erst ans Wasser gewöhnt werden müssen: "Das kostet zu viel Zeit." Daher sei man nun dabei, in den Vorschulbereich zu gehen und in Kitas fürs Schwimmen zu werben. Laut Schwimmlehrern macht Schwimmunterricht ab dem vierten Lebensjahr Sinn. Wo die zusätzlichen kleinen Schwimmer allerdings hin sollen, ist ein ungelöstes Problem. Schon jetzt ist das Bad Hildorado, in dem aller Unterricht stattfindet, gut ausgelastet. "Entspannt ist das nicht", berichtet Kamps, "dort sind zum einen Bahnen für die normalen Badegäste abgesperrt, daneben ist der Spaßbereich – und den Rest teilen sich in der Regel zwei Schulen gleichzeitig." Die Zeiten, in denen es sowohl an der Heiligenstraße als auch an der Lortzingstraße Bäder gegeben habe, seien eben vorbei. Für die Schulen bedeutet das auch hohen organisatorischen Aufwand: Sie müssen einen Bus beantragen, mit den Kindern (und der Aufsicht) zum Bad fahren, sich dort umziehen. Da bleibt oft nur eine halbe Stunde fürs Wasser selbst.

Genau das ist für Bonhoeffer- Schulleiter Udo Kotthaus ein Problem: "Bis man im Hallenbad ist, ist die Stunde vorbei." Nichtschwimmer seien am Bonni trotzdem "absolute Einzelfälle".

(RP)