Hilden: Alle an einem Tisch

Hilden: Alle an einem Tisch

Die Türkische Islamische Gemeinde zu Hilden lud über 100 Ehrengäste aus dem öffentlichen Leben zum gemeinsamen Ramadan-Essen in die Sultan-Emir-Moschee ein.

In der Fastenzeit (Ramadan) verzichten viele erwachsene Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen und Trinken. Sie folgen damit dem Vorbild Mohammeds. In der Emir-Sultan-Moschee an der Otto-Hahn-Straße kommen täglich nach Sonnenuntergang über 200 Muslime zusammen, um gemeinsam zu essen. Die Türkische Islamische Gemeinde zu Hilden lud jetzt über 100 Ehrengäste aus Politik, Verwaltung, Polizei, Schulen und Vereinen zu einem gemeinsamen Abendessen ein.

Dialog auf Augenhöhe

Die Gemeinde bemühe sich, Nächstenliebe und Toleranz als Grundwerte des Islam zu vermitteln, betonte Vorsitzender Bilal Demiraslan in seiner Begrüßung. Ramadan sei der Monat der Versöhnung, in der das Miteinander und Füreinander der Menschen bestärkt werde, erläuterte Hakan Olcay vom Türkischen Generalkonsulat in Düsseldorf. „Wir sind auf einem guten Weg, den wir weiter beschreiten wollen“, sagte Bürgermeister Günter Scheib. Er warb für einen „Dialog auf Augenhöhe, um voneinander zu lernen“: „Niemand muss fürchten, vereinnahmt zu werden.“ Angst sei ein schlechter Ratgeber und die „Schwester der Unwissenheit“. Ramadan sei der Geburtsmonat des Korans, erläuterte Referent Serkan Tugrul den Gästen. Die Erfahrung des Hungers solle die fastenden Muslime auch an das Leid vieler Armer auf der Welt erinnern. Die geladenen Gäste zeigten sich gerührt von der Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Türkischen Islamischen Gemeinde. Doris Schulz, Leiterin des Christlich-Islamischen Gesprächskreises aus Solingen, hatte Pflegetipps für muslimische Patienten aus Österreich mitgebracht. Sie sollen dem Hildener Krankenhaus helfen, Muslime besser zu verstehen.

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„Türen stehen immer offen“

Elisabeth Harsewinkel, Vorsitzende des Museumsvereins, lud die Gemeindemitglieder zu den Veranstaltungen des Heimatvereins ein. Rund 100 muslimische Schüler besuchen die Bettine-von-Armin-Gesamtschule Langenfeld/Hilden, berichtete ein Lehrer. Durch diese Kinder habe er erfahren, wie wichtig ihnen das gemeinsame Essen in der Familie sei. „Wir legen großen Wert auf Gemeinschaft und darauf, dass unsere muslimischen Kinder dazugehören“, sagte Jürgen Fischer, Leiter der Gemeinschaftsgrundschule Schulstraße. In der kommenden Woche werde eine Klasse die Moschee besichtigen. Anabela Barata, Vorsitzende des Integrationsbeirates, fühlte sich in der Moschee schon fast heimisch. „Sie praktizieren etwas, was in unserer Gesellschaft fehlt: Menschen verbinden“, lobte CDU-Fraktionsvorsitzende Angelika Urban.

„Unsere Türen stehen immer offen“, versicherte Moderator Erhan Akyol, lange Jahre Vorsitzender der Türkisch Islamischen Gemeinde: „Wir möchten auch in Zukunft in Hilden friedlich miteinander leben.“

(RP)
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