Ärger beim Bürgerverein Hilden-Nord: Kassenprüfer zeigen Vorstand an

Hilden: BV-Nord: Kassenprüfer zeigen Vorstand an

Die vereinsinterne Finanzaufsicht der Bürgervereins Nord hat Anzeige wegen des Verdachts auf Untreue erstattet. „An den Vorwürfen ist nichts dran“, sagt Vorsitzender Dieter Arnold. Am Dienstag tagt die Jahreshauptversammlung.

Es rumort heftig im Vorstand des Bürgervereins Hilden-Nord: Die Kassenprüfer haben den Vorsitzenden Dieter Arnold angezeigt. Sie bemängeln eine intransparente und unsaubere Führung der Bücher und wittern sogar Untreue. Im Herbst haben sie sich deshalb an die Staatsanwaltschaft gewandt, die den Vorsitzenden zum Verhör gebeten hat. Das Verfahren läuft noch, ein Ergebnis steht aus. Arnold ist sich keiner Schuld bewusst: „An den Vorwürfen ist nichts dran. Überhaupt nichts.“

 Ralf Bommermann ist seit 2010 Kassenprüfer beim Bürgerverein Hilden-Nord. „Es gab in dieser Zeit keine Kassenprüfung und auch keine Jahreshauptversammlung, auf der die Mitglieder den Vorstand entlastet haben“, erklärt er. Als er im vergangenen Jahr dann mal die Bücher sehen wollte, war das erst nach zähen Verhandlungen und der Erwähnung des Amtsgerichtes möglich, berichtet er weiter. „Wir sind über einige Ungereimtheiten gestolpert, die uns niemand erklären konnte“, sagt Bommermann. Deshalb zog er im Herbst die Notbremse und zeigte Dieter Arnold an.

Der Vorsitzende des Bürgervereins kann diesen Schritt nicht verstehen: „Wenn ein Kassenprüfer die Angaben nicht nachvollziehen kann, sollte er mit uns reden. Er kann ja alles anbringen, das Positive wie das Negative – aber einfach eine Anzeige zu stellen, das gehört sich nicht“, sagt er. „Der normale Weg wäre doch, zum Telefon zu greifen und das Gespräch zu suchen – vor allem, wenn man sich schon lange kennt wie Ralf Bommermann und ich.“

Er sei am Anfang sehr verärgert gewesen. Dieser Ärger sei nun verflogen, das Unverständnis über den juristischen Schritt bleibe aber. „Wir werden in der Jahreshauptversammlung aufzeigen, wie sich der Kontostand entwickelt hat“, erklärt Arnold weiter. „Wir haben beispielsweise 6500 Euro in den vergangenen Jahren gespendet“, sagt der BV-Nord-Vorsitzende. Das habe man jedoch nicht öffentlich gemacht. Auch, um keine Bittsteller auf den Plan zu rufen. „Wir haben keine schwarze Kassen. Wir legen jedem Mitglied, das Interesse hat, die Bücher vor“, sagt Arnold.

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Laut dem Vorsitzenden habe Kassenprüfer Bommermann drei Punkte in der Anzeige angeführt. Einer davon sei die Anschaffung eines Notebooks. „Ich habe auch vorher mit einem Vereins-Notebook gearbeitet, das allerdings nach acht Jahren kaputt gegangen ist. Jetzt habe ich es ersetzt, was auch legitim ist.“ Mitgliederlisten dürfe er überhaupt nicht auf einem privaten Rechner speichern. Darüber hinaus müsse die Vorstandsarbeit gewährleistet sein: „Wenn ich ausfalle, muss der Vorstand Zugriff auf die Vereinsdaten haben. Dann reiche ich das Notebook einfach weiter“, erklärt Arnold.

Ralf Bommermann geht bei den Vorwürfen gegen Arnold nicht in die Tiefe. „Ich habe immer wieder das Gespräch gesucht, wurde aber jedes Mal vertröstet. Das Finanzgebaren des Vorsitzenden hat mir Sorgen gemacht, sodass mir am Ende keine andere Wahl als die Anzeige blieb.“ Er vertraut nun auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Am Dienstag, 15. Januar, treffen sich die Mitglieder des Bürgervereins zur Jahreshauptversammlung. Die Einladungen sind laut Dieter Arnold mit der Weihnachtspost im Dezember rausgegangen. „Die Anzeige wird natürlich Thema sein“, sagt er. Der Vorsitzende wird ab 19.30 Uhr im Gemeindesaal der Friedenskirche, Molzhausweg 2, aber auch die Finanzsituation des Bürgervereins beleuchten. „Wir werden alles erklären und aufzeigen“, sagt er. Es gebe nichts zu verbergen: „Unsere Kontostände sind exorbitant hoch. Wir wirtschaften sehr gut.“ Da es dabei um die Finanzen des Vereins ginge, finde die Jahreshauptversammlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Mitglieder des Bürgervereins Hilden-Nord sind natürlich eingeladen.