Hilden: Ältestes Lokal weicht Wohnhäusern

Hilden: Ältestes Lokal weicht Wohnhäusern

Die Traditionsgaststätte "Manerts Penn" wird abgerissen. An der Düsseldorfer Straße entsteht ein Mehrfamilienhaus.

An die ehemalige Hildener Traditionsgaststätte "Manerts Penn" wird schon bald nichts mehr erinnern: Das Gebäude an der Düsseldorfer Straße/Ecke Niedenstraße wird zurzeit abgerissen. Auf dem Grundstück soll ein Mehrfamilienhaus entstehen, das sechs Parteien Platz bietet.

Das berichtet Helmut Sottrel, Inhaber der Dormagener Gesellschaft SB Projektentwicklung. Sie hat auch schon die fünf Einfamilienhäuser mit je 140 Quadratmetern Wohnfläche im rückwärtigen Teil an der Niedenstraße/Ecke Düsseldorfer Straße bauen lassen. Sie waren schnell verakuft.

Für Sottrel ist die Stadt Hilden ein guter Ort, um zu investieren: "Die Lage und die Verkehrsanbindung sind gut. Hilden ist ein schnuckeliges Städtchen." Auch in Langenfeld, Solingen und anderen Städten in der Region ist Sottrel als Projektentwickler aktiv.

"Manerts Penn" gilt als älteste Hildener Gaststätte. Sie wurde 1822 von Josef Gutermann eröffnet und 1849 von Wilhelm Manert übernommen. Seinen Namen verdankt das Lokal dessen Sohn Ernst, der es 1888 übernahm und bis 1961 lebte: Er soll hinter dem Tresen steif wie ein Stock, also wie ein "Pin", gewirkt haben, berichtete die "Hildener Zeitung". Das fand Heimatforscher Bruno Caspers heraus. Da häufig Jäger aus Düsseldorf zu Gast waren, hieß das Lokal zeitweise auch "Zum Jägerhaus".

Zuletzt stand das Lokal viele Jahre lang leer. Das mediterrane Restaurant "La Casita", eröffnet 2006, war in dieser Geschichte nur noch eine kurze Episode. Es musste 2009 schließen, weil die Nutzung als Gaststätte mit großer Außengastronomie in einem allgemeinen Wohngebiet "planungsrechtlich unzulässig" sei. So lautete der Richterspruch des Verwaltungsgerichts Düsseldorf, bei dem eine Anwohnerin Klage eingelegt hatte. Das Restaurant sei viel zu groß, um nur Gäste aus der näheren Umgebung zu bewirten, so wie es das Gesetz vorsehe, hieß es in der Urteilsbegründung. Die Lärmbeeinträchtigungen durch den Biergarten seien der benachbarten Klägerin nicht zuzumuten.

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Die Stadt Hilden musste daher ihre Genehmigung für die Gaststätte nachträglich wieder einziehen, "La Casita" schloss. 2011, so berichtet Investor Helmut Sottrel, habe es den letzten Versuch gegeben, das Gebäude als Gaststätte zu nutzen. Damals befand sich die Immobilie bereits in seinem Besitz. Dieser Versuch aber schlug fehl.

Daher entschloss sich der Investor zu einer Umnutzung des Geländes. Das alte, nicht denkmalgeschützte Gebäude von "Manerts Penn" wird abgerissen, um einem Mehrfamilienhaus für sechs Parteien Platz zu machen. Voraussichtlich im März wird mit den Bauarbeiten begonnen. Die Bauzeit wird etwa zehn Monate dauern, glaubt Sottrel.

Jeweils zwei Wohnungen mit 66, 82 und 90 Quadratmetern und zwei bis drei Zimmern sollen entstehen. Die Wohnungen im Erdgeschoss sind behindertengerecht ausgestattet. Eine Tiefgarage hält zwölf Stellplätze vor, die eine komfortable Breite zum Aus- und Einsteigen sowie Beladen von jeweils drei Metern bieten. Die Zufahrt zur Tiefgarage erfolgt über die Niedenstraße, der Hauseingang ist an der Düsseldorfer Straße.

Ein Teil der Wohnungen ist zu mieten, der andere steht zum Verkauf oder werde noch verkauft. Schon jetzt kann sich Sottrel vor Anfragen kaum retten: "Wir haben viele Interessenten, die Nachfrage ist sehr groß."

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(RP)