Hilden: Abriss der Schweitzer-Schule beginnt

Hilden: Abriss der Schweitzer-Schule beginnt

Der Abbruch der Gebäude kostet 685.000 Euro. Neu bebaut wird das Gelände erst ab 2020 - bis auf die Lindenstraße.

Laut Landesnaturschutzgesetz dürfen Gehölze nur bis Ende Februar beschnitten oder gerodet werden - zum Schutz der brütenden Vögel. Deshalb haben die Arbeiter jetzt zunächst alle Bäume und Büsche auf dem Baufeld zwischen Lindenstraße, Kunibertstraße und Am Lindengarten entfernt, die nicht geschützt sind. Bis Ende April wird der Abriss dauern, schätzt Polier Michael Anastasiou von der beauftragten Firma Ranft.

Die Politik hatte kürzlich im Fachausschuss mit Mehrheit beschlossen, das Vermarktungskonzept für das größte kommunale Bauprojekt in Hilden zu ändern. Nicht mehrere, sondern nur noch ein Investor soll jetzt die bis zu 125 Wohnungen errichten und vermarkten. Bürgermeisterin Birgit Alkenings hofft so, den Bau zumindest einiger preisgedämpfter und öffentlich geförderter Wohnungen bewerkstelligen zu können. Die Arbeiten werden aber wohl nicht vor 2020 beginnen. Warum wird jetzt schon abgeholzt?, fragt RP-Leserin Alana Koester: "Kann das Vorhaben nicht auch bei Erhalt des noch vorhandenen Baumbestandes realisiert werden? Diese Frage stellen sich viele Bürger." Bei der Aufstellung des Bebauungsplanes ist um jeden einzelnen Baum gerungen worden, erläutert Planungsamtsleiter Peter Stuhlträger: "Die Bäume, die erhalten werden können, bleiben stehen und sind im Bebauungsplan festgeschrieben." Dazu werden neue gepflanzt. Die Stadt hatte den Abriss der Gebäude im vergangenen Jahr ausgeschrieben und für 685.000 Euro vergeben, sagt der städtische Gebäudemanager Ralf Scheib. "Die Bauwirtschaft hat gut zu tun. Wenn wir jetzt nicht abreißen und abwarten, kann es nur teurer werden. Wir sind jetzt im Plan - und ich hoffe, es bleibt so."

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Wenn der Stadtrat am 21. März dem Beschluss des Fachausschusses folgt (alles spricht dafür), wird die Verwaltung einen Investor für das Hildener Großprojekt suchen - voraussichtlich europaweit. Der Bauträger erwirbt das Grundstück von der Stadt, errichtet und verkauft die Wohnungen - wie viele es tatsächlich werden, wird man erst später wissen. "Zudem muss er noch Straßen und Kanäle bauen und dann der Stadt übertragen", betont Peter Stuhlträger. Das wollte eigentlich die Stadt übernehmen. Dem Bauamt im Rathaus fehlen aber die notwendigen Mitarbeiter.

Gleichwohl wird sich auf dem Areal schon in diesem Jahr etwas tun. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft WGH errichtet sieben Reihenhäuser an der Lindenstraße. Weil sich nicht genug Erwerber für eine preisgünstige Bauherrengemeinschaft fanden, hat die Stadt die Grundstücke der WGH übertragen. "Wir hoffen, in der ersten Hälfte 2018 mit dem Bau beginnen zu können", ist WGH-Geschäftsführer Andre von Kielpinski-Manteuffel guter Dinge: "Der Bauantrag ist eingereicht." Die Firma Rotterdam aus Langenfeld sei mit der Planung beauftragt worden. Die Vermarktung soll noch in diesem Jahr beginnen - sobald alle relevanten Verträge unterschrieben sind. Manteuffel: "Wir haben schon eine Vielzahl von Anfragen und sind sicher, dass die Objekte Interessenten finden werden."

(cis)