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Abenteuerspielplatz Hilden feiert Spielefest in Coronakrise mit Kindern

Hilden : Abenteuerspielplatz feiert Spielefest mit Kindern

Das Paradies für Kinder und Jugendliche im Hildener Norden ist bisher ganz gut durch die Corona-Krise gekommen. Am Dienstag steht ein Höhepunkt auf dem Plan: das Spielefest, das in diesem Jahr ohne Eltern stattfindet.

Der Abenteuerspielplatz an der Richard-Wagner-Straße im Hildener Norden ist eine Institution: Generationen von Kindern haben zwischen Bretterbuden, dem Bachlauf und vielen Tieren Abenteuer erlebt, Freundschaften fürs Leben geknüpft und in den Ferien Erlebnisurlaub direkt vor der Haustüre gemacht. Doch in diesem Jahr kam Corona dazwischen und durchkreuzte die Pläne der Freizeitgemeinschaft für Behinderte und Nichtbehinderte: kein Trödel, kein normaler Betrieb, kein traditionelles Ferienprogramm. Und auch das Spielefest am Dienstag, 22. September, 15.30 bis 18.30 Uhr, wird nicht in gewohntem Umfang stattfinden, wie Carola Seidel-Meier vom Leitungsteam des Abenteuerspielplatzes erklärt.

„Normalerweise kommen bis zu 1000 Kinder, Jugendliche und ihre Eltern – doch in diesem Jahr müssen die Eltern zu Hause bleiben“, sagt sie. Aufs Gelände dürfen nur Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren. „Höchstens 285“, erklärt sie weiter. Anmelden muss sich niemand, dafür gilt Maskenpflicht auf dem kompletten Gelände. Der Spielepass kostet 1,50 Euro. „Dafür wird auch einiges geboten: Nagelbalken, an der „Klausbautermann“ darf gebaut werden, Schmieden, Stockbrot am Lagerfeuer, Endlos-Malbild, Bogenschießen, Hufeisenwerfen und „Handicap“-Malen. Gegen 16.30 Uhr schaut der neu gewählte Bürgermeister Claus Pommer vorbei.

Das Spielefest ist eine der wenigen Großveranstaltungen, die der Abenteuerspielplatz in diesem Jahr durchführen konnte. „Wir mussten am 18. März schließen“, erklärt Carola Seidel-Müller. Die Mitarbeiter haben die Zeit bis zur Wiedereröffnung am 11. Mai dazu genutzt, den Abenteuerspielplatz auf Vordermann zu bringen, haben vieles repariert und gereinigt – „in zwei Gruppen, die keinen Kontakt haben durften“, erklärt sie weiter. Aber schnell war klar, dass ihnen die Kinder fehlten. „Wir haben bei den Familien angerufen und uns erkundigt.“ Bei Facebook haben die Mitarbeiter fleißig Fotos vom Abi gepostet. „Es war trotzdem eine bedrückende Stimmung“, erinnert sich Carola Seidel-Meier, „dazu kam noch die Angst um unsere Jobs.“

Der Abenteuerspielplatz konnte am 11. Mai wieder öffnen. Schon vorher hat das Team den Spielplatz im vorderen Bereich zugänglich gemacht. Um die Corona-Vorschriften einzuhalten, haben die Mitarbeiter zunächst nur wenige Kinder aufs Gelände lassen dürfen. Später wurden es mehr. Und sie sind kreativ geworden. „Der Gang zu unseren Toiletten ist sehr schmal, also haben wir eine Toilettenampel entwickelt, die mit dem Fuß bedient werden kann“, erklärt Carola Meier-Seidel. Als die Ansage kam, dass die Ferienaktionen der Stadt wie der Abenteuersommer gestrichen werden, haben die Mitarbeiter ein Alternativprogramm entwickelt. Das Gelände wurde geteilt, die einzelnen Gruppen durften keinen Kontakt haben. „Es hat trotzdem allen sehr viel Spaß gemacht. Und zum Glück hatten wir, übrigens bis heute, keinen einzigen Corona-Verdachtsfall bei uns“, sagt Carola Seidel-Meier.

Der Abi hat momentan geöffnet. Anmeldungen sind mittwochs von 11.30 bis 14 Uhr unter Telefon 0157 34841114 möglich. Zurzeit können Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren die Einrichtung montags bis freitags von 15 bis 19 Uhr besuchen. Eltern mit Kindern können sich für dienstags und mittwochs für die Zeit von 14 bis 15 Uhr und samstags für 13.30 – 15.30 anmelden. „Und sonntags können Kinder ihre Kindergeburtstage bei uns feiern“, sagt sie. In diesem Jahr planen die Mitarbeiter auch noch einige Veranstaltungen. St. Martin, Halloween und das Budenfest stehen auf dem Programm. Allerdings unter Corona-Vorschriften, wie sie am Dienstag beim Spielefest gelten.

Den Abenteuerspielplatz gibt es übrigens seit 1978. Damals stellte die Stadt der Freizeitgemeinschaft für Behinderte und Nichtbehinderte ein 4800 Quadratmeter großes Gelände an der Richard-Wagner-Straße zur Verfügung. Dort entstand der Abi mit über 40 Tieren, Wald, Bach und Bretterbuden.