A3: Erkrath hat Flüsterasphalt, Hilden nicht

Hilden: A3: Erkrath hat Flüsterasphalt, Hilden nicht

Für das A3-Teilstück vom Kreuz Hilden bis Leverkusen ist „lärmgeminderter Asphalt“ vorgesehen.

Auf der Autobahn 3 im Bereich Hilden wird so viel gebaut, dass man leicht den Überblick verlieren kann – weil verschiedene Projekte parallel laufen und ineinander greifen. Die Fahrbahnen der A3 zwischen Hilden und Solingen werden in beiden Fahrtrichtungen erneuert. Das wird rund zwei Jahre bis Ende 2020 in Anspruch nehmen.

Die asphaltierten Flächen der Rastanlage Ohligser Heide Ost und West auf beiden Seiten der Autobahn müssen ebenfalls ersetzt werden. „Die Abstimmungsgespräche finden erst noch statt“, sagt Sabrina Kieback, Medienbeauftragte von Straßenbau NRW. Diese Arbeiten sollen Ende 2020 zusammen mit der Fahrbahn-Erneuerung der A3 abgeschlossen sein.

Und dann ist da noch die neue A3-Brücke im Kreuz Hilden über die A46. Die Vorbereitungsarbeiten haben begonnen – mit einem Jahr Zeitverzug. „Die Verkehrsführungen gehen ineinander über“, kündigt Straßen NRW an: „Für die Verkehrsteilnehmer soll es wie eine Baustelle wirken.“ Neben der alten, kaputten Brücke werden für etwa zwei Jahre zwei Behelfsbrücken errichtet. Straßen NRW steht mächtig unter Druck, weil das Kreuz Hilden als Umleitung für die A1 vorgesehen ist, wenn die marode Rheinbrücke bei Leverkusen durch eine neue ersetzt wird.

Was ist eigentlich mit dem Lärmschutz für die Hildener Bevölkerung in den nächsten zwei Jahren, fragt Claudia Roth, Sprecherin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Hilden. Für eine Nothaltebucht in Richtung Frankfurt wurde ein Stück des Erdwalls am Ostring entfernt. Ebenso ein Stück Lärmschutzwand vor der Raststätte Ohligser Heide in Höhe des Südfriedhofs. Der Erdwall diene nicht dem Lärmschutz, antwortet Pressesprecherin Sabrina Kieback. Hinter der entfernten Lärmschutzwand gebe es keine direkten Anwohner. Die Geschwindigkeit dort sei auf 80 km/h beschränkt worden. Deshalb sei dort nur mit geringem Verkehrslärm zu rechnen.

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Warum ist auf der A3 zwischen Mettmann und dem Kreuz Hilden „Flüsterasphalt“ eingebaut worden, zwischen Hilden und Leverkusen sei das nicht geplant, fragt ein aufmerksamer Hildener. Für den ersten Abschnitt sei die Niederlassung Krefeld, für die zweite Köln zuständig. Ob das vielleicht der Grund sei?

Weil die A3-Fahrbahnen nur repariert und nicht „erheblich verändert“ werden, haben die Hildener keinen Anspruch auf verbesserten Lärmschutz, erläutert Hildens Planungsamtsleiter Peter Stuhlträger: „Wir haben im Lärmaktionsplan lärmmindernden Asphalt angeregt. Er reduziert den Verkehrslärm erheblich, hält aber länger als der sogenannte Flüsterasphalt.“ Diesem Wunsch will Straßen NRW entsprechen, sagt Projektgruppenleiter Athanasius Mpasios. Der lärmgeminderte Asphalt sei um 2dB(A) leiser als der aktuelle Belag. Zwischen Mettmann und Hilden sei „Flüsterasphalt“ (um 5 dB(A) leiser) eingebaut worden, weil dort mehr Anwohner von Autobahnlärm betroffen seien. Sabrina Kieback nennt noch einen anderen Grund. Der „Flüsterasphalt“ hält nur etwa acht bis zehn Jahre.

Die Fahrbahnen könnten kaputt gehen, bevor die A3 auf vier Fahrspuren in jede Richtung ausgebaut wird. Das soll laut Straßen NRW wohl ab 2030 geschehen. Der Landesbetrieb setze deshalb auf lärmgeminderten Asphalt. „Der ist strapazierfähiger, hält 15 bis 20 Jahre und behält seine lärmmindernde Wirkung über seine gesamte Lebenszeit. Das ist bei Flüsterasphalt nicht der Fall.“

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