500 lassen sich für Zooey in Hilden typisieren

Knochenmarkspende : 500 lassen sich für Zooey typisieren

Die Chancen, einen Knochenmarkspender für den Stadtwerke-Azubi zu finden, sind am Samstag noch mal gestiegen. Hunderte Hildener haben eine Probe ihrer Mundschleimhaut abgegeben. Mit dem Andrang hat niemand gerechnet.

Mehr als 500 Menschen haben sich am Samstag bei den Stadtwerken Hilden typisieren lassen – ein großer Erfolg, mit dem niemand gerechnet hat. Am wenigsten Zooey Leisner selbst: „Er meinte, es wäre toll, wenn es 350 würden“, erzählt Clara Bigalke von der Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS). Die DKMS verbucht die Aktion in den Räumen der Stadtwerke Hilden als großen Erfolg. Jetzt muss sich  nur noch ein Treffer unter den Hildener Proben befinden.

Die Diagnose Blutkrebs war ein Schock, nicht nur für den Stadtwerke-Auszubildenden Zooey Leisner, auch für seine Kollegen. „Ich habe direkt nachdem ich davon erfahren habe, eine E-Mail an die DKMS geschickt und auch direkt eine Antwort erhalten“, erzählt Daniel Giesler, Betriebsratsvorsitzender der Stadtwerke Hilden. Die DKMS – Deutsche Knochenmarkspenderdatei – registriert Menschen, die zu einer Stammzellenspende bereit sind, und sie vermittelt diese dann wiederum an passende Empfänger. Daniel Giesler hatte die Idee, eine Registrierungsaktion durchzuführen, um Zooey Leisner zu helfen. „In Absprache mit der Geschäftsleitung haben wir beschlossen, eine große Aktion im Haus zu machen“, so Giesler.

In Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der DKMS wurde alles vorbereitet. Die Räumlichkeiten, die Tische, Kaffee und Kuchen. „Es haben sich sofort vierzig freiwillige Helfer gemeldet“, erzählt Sabine Müller, Pressesprecherin der Stadtwerke. Diese standen am Samstag während der Aktion nicht nur auf dem Stadtwerke-Parkplatz bereit, um den Besuchern den Weg zu weisen, sondern hatten sich auch einweisen lassen, um die Registrierung durchführen zu können.

Und der Andrang war enorm. Zooeys Eltern, Katrin Leisner und Michael Kisters, sind von so viel Unterstützung überwältigt. „Wir sind voller Dankbarkeit für diesen großartigen Arbeitgeber“, sagt Katrin Leisner, und Michael Kisters schließt sich an: „Und dankbar allen, die sich an dieser Aktion beteiligen.“ Die Arbeit der DKMS habe der Familie ein Stück Sicherheit gegeben in einer Zeit, in der durch die Krankheit nichts wirklich sicher sein kann.

Auch Zooey braucht viel Kraft, um die Höhen und Tiefen der anstrengenden Behandlung überstehen zu können. „Er schlägt sich wacker“, sagt Michael Kisters. Wichtig sei da auch das Umfeld, meint Mutter Katrin: „Die Familie, Freundin und Freunde und auch der Arbeitgeber.“ Sie weiß, diese Registrierungsaktion gibt ihrem Sohn Rückenwind. „Um die Krankheit zu besiegen, braucht es Zuversicht“, betont sie.

Es sind bereits 9,1 Millionen Menschen in der DKMS gespeichert. Weltweit sind es etwa 35 Millionen. „Neun von zehn Patienten finden einen passenden Stammzellenspender“, sagt Clara Bigalke. Eine recht mutmachende Zahl. Da es bei einer Stammzellenspende um etliche Faktoren geht, die passen müssen, ist es nicht ganz so einfach, einen Spender zu finden. Daher ist das zentrale Register weltweit vernetzt und sucht alle Dateien auf der ganzen Welt nach passenden Spendern ab. Inzwischen ist es sehr einfach geworden, sich registrieren zu lassen. „Man muss zwischen 17 und 55 Jahre alt sein, darf nicht unter 50 Kilo wiegen und keinen BMI über 40 haben“, zählt Bigalke auf. Außerdem dürfen natürlich keine Krankheiten vorliegen, die entweder den Spender oder den Empfänger gefährden könnten. Zur Registrierung wird auch kein Blut mehr abgenommen. Es reicht eine Speichelprobe abzugeben.

Christian ist zusammen mit seiner Frau gekommen. „Ich wollte das schon immer gemacht haben“, erzählt er. Nun hat er die Gelegenheit genutzt. „Das ist eine gute Sache.“

Jede Registrierung kostet 35 Euro. „Für die Stadtwerke-Mitarbeiter übernehmen die Stadtwerke die Kosten“, sagt Daniel Giesler. Für alle anderen wurde eine Spendenkasse aufgestellt. „Viele übernehmen die Kosten für ihre Registrierung selbst“, weiß Clara Bigalke. Da die DKMS ein Non-Profit-Unternehmen ist, ist sie auf Spenden angewiesen, damit auch jene registriert werden können, die die Kosten selbst nicht aufbringen können.

Die vielen Speichelproben der Hildener Spender gehen nun erst einmal ins Labor. „Bis wir die Ergebnisse haben“, sagt Bigalke, „dauert es ungefähr drei Wochen.“

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